Geruchssinn Der Geruchssinn ist der best ausgebildete und wichtigste Sinn des Hundes. Ausschlaggebend hierfür sind die nahezu 220 Mio. Riechzellen (beim Menschen sind es etwa 5 Mio.) und die große Oberfläche der Nasenhöhle. Mit Hilfe des Geruchssinns vermag sich ein Hund in seiner Umgebung zurechtzufinden und sein Herrchen, Artgenossen oder andere Tiere zu erkennen. Er kann Geruchsspuren verfolgen, was sich der Mensch bei Spürhunden zu Nutze macht. Ihnen ist es bspw. möglich, anhand der, in Fußabdrücken enthaltenen Duftspuren Fährten aufzunehmen. Gehörsinn Der Gehörsinn ist ebenfalls sehr gut ausgebildet. Im Vergleich zum Menschen können Hunde wesentlich höhere Töne wahrnehmen (bis zu 50 kHz, Mensch bis zu 16 kHz). Diese Fähigkeit des Hundes nutzt der Mensch bei Verwendung einer Hundepfeife, deren Töne über der menschlichen, aber unter der Hörgrenze der Hunde liegen und nur von den Tieren wahrgenommen werden können. Wie der Mensch können Hunde Frequenzunterschiede erkennen, also hohe und tiefe Töne voneinander trennen sowie deren Ursprungsorte ermitteln. Darüber hinaus ist das Hundeohr überaus empfindlich. Selbst sehr schwache Lautstärken können noch wahrgenommen werden und erlauben das Erkennen von Geräuschen in großer Entfernung. Sehsinn Der Sehsinn des Hundes ist schwächer ausgebildet als der des Menschen, was in der geringeren Anzahl an optischen Nervenzellen begründet liegt. Auch verfügen Hunde über eine geringere Dichte an Zapfen in der Netzhaut, was eine verminderte Farbenwahrnehmung zur Folge hat (bspw. kann Rot kaum von Grün unterschieden werden). Hunde sind in der Regel weitsichtig, sehen also nur auf Distanz scharf, was charakteristisch für ein Jagdtier ist, da Beute bereits aus großer Entfernung erkannt werden muss. Für die Jagd auf kurze Distanz reichen hingegen Geruch- und Gehörsinn aus. Das Auge des Hundes ist sehr lichtempfindlich und kann auch bei schlechten Lichtverhältnissen besser sehen als das des Menschen. Zudem ist die Auflösung der wahrgenommenen Umgebung größer. Es kann eine hohe Anzahl an Bildern pro Sekunde verarbeiten. Kleine, schnelle Bewegungen sind besser zu erkennen. Zudem besitzen Hunde ein größeres Sichtfeld (etwa 250 Grad im Vergleich zu etwa 200 Grad beim Menschen), da die Augen seitlicher am Kopf liegen. Nachteilig ist hingegen, dass sich dadurch die Sichtfelder der Augen weniger stark überlappen und die Tiefenwahrnehmung reduziert wird. Tastsinn In die Haut des Hundes sind verschiedene Rezeptoren eingebettet. Sie gestatten es dem Organismus, Informationen über die Umwelt einzuholen. Mit Hilfe der Wärmerezeptoren lässt sich die Temperatur der Außenwelt oder von Gegenständen ermitteln. Mechanorezeptoren nehmen Druck bzw. Berührung wahr und leiten sie an das Gehirn weiter. Sie stellen in ihrer Gesamtheit den Tastsinn dar. Geschmackssinn Über den Geschmackssinn des Hundes ist wenig bekannt. Er scheint allerdings schwächer ausgebildet zu sein als der des Menschen. Daher spielt auch bei der Nahrungserkennung der Geruchssinn die weitaus bedeutendste Rolle.