Jede Zelle des Hundeorganismus ist zum Überleben auf bestimmte Stoffe angewiesen, die fortwährend zugeführt werden müssen. Gleichzeitig müssen Abbauprodukte und synthetisierte (im Sinne von hergestellt) Verbindungen wie z.B. Hormone abtransportiert werden. Dieser Austausch findet weitestgehend über den Blutkreislauf statt. Mit Ausnahme des Lungenkreislaufes transportieren Arterien immer sauerstoffreiches Blut und führen es vom Herzen weg. Auf dem Weg in die Peripherie des Körpers zweigt sich das Gefäßbett immer weiter auf, und der Gefäßdurchmesser nimmt ab. Über Arteriolen münden die großen Körpergefäße schließlich in die kleinen Kapillaren, in denen der Austausch mit dem umliegenden Gewebe erfolgt. Nachdem Sauerstoff an die Zellen abgegeben worden ist wird das jetzt sauerstoffarme Blut im Austausch mit Kohlendioxid, sowie anderen Stoffwechselprodukten beladen und gelangt über Venolen und später Venen zurück zum Herzen. Von hier aus kann der Kreislauf erneut beginnen. Herz und der Kreislauf Das Herz des Hundes ist hat eine spitzkegelige Form und ist, wie bei allen Säugetieren, die sich viel bewegen, relativ groß. Es besteht eine Teilung in eine linke und eine rechte Herzhälfte mit je einem Vorhof, einer Kammer und zwei Herzklappen, die als Ventil dienen und das Blut nur in einer Richtung fließen lassen. Ein Auswurfzyklus beginnt zunächst mit dem Zusammenziehen der Herzmuskulatur. Dabei werden die Klappen an den abführenden Gefäßen aufgedrückt und das in den beiden Kammern befindliche Blut in den Kreislauf gepumpt. Gleichzeitig mit dieser Bewegung füllen sich die Vorkammern mit Blut. Wenn sich anschließend die Herzmuskulatur wieder entspannt, wird das Vorkammerblut in die Kammern gesogen und der Ablauf kann von neuem beginnen. Die rechte Herzkammer pumpt das Blut in die Lunge (kleiner Kreislauf), wo Kohlendioxid abgegeben und Sauerstoff aufgenommen wird. Von dort fließt das sauerstoffreiche Blut in den linken Vorhof zurück und wird über die linke Herzkammer in die Aorta (Hauptschlagader) gepumpt, über die es im ganzen Körper verteilt wird. Nach dem Gasaustausch in den Körperzellen gelangt das sauerstoffarme Blut zurück in den rechten Vorhof (großer Kreislauf). Da der Widerstand des ganzen Körpers größer als der der Lunge ist, ist die Muskulatur der linken Kammer stärker ausgeprägt. Der Herzrhythmus eines ausgewachsenen Hundes beträgt zwischen 60 und 180 Schlägen in der Minute. Genauere Angaben lassen sich nicht machen, denn die Körpergröße und Kondition sowie der psychische Zustand des Hundes beeinflussen diesen stark. Die Herzfrequenz eines Welpen kann sogar bis zu 220 Schläge pro Minute betragen. Das Blut Die Hauptaufgabe des Blutes besteht in seiner Transporteigenschaft. Zum einen werden Sauerstoff und Nährstoffe gebunden, zum anderen Ausscheidungsprodukte wie Kohlendioxid (in die Lunge) oder Harnstoff (in die Leber) gebunden, um sie zu den entsprechenden Organen zu verbringen. Der zelluläre Anteil des Blutes setzt sich aus den roten (Erythrozyten), den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sowie den Blutplättchen (Thrombozyten) zusammen. Die roten Blutkörperchen enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin, der wiederum Sauerstoff zu binden vermag. Die weißen Blutkörperchen wehren Krankheitserreger und Fremdstoffe ab und schützen den Organismus vor Infektionen. Die Blutplättchen sind Bestandteil des Gerinnungssystems. Im Falle einer Gefäßverletzung verlegen sie diese und verhindern, dass größere Mengen Blut verloren gehen. Der flüssige Anteil des Blutes ist das Blutplasma. Der Großteil besteht aus Wasser. Daneben enthält das Blutplasma zahlreiche körpereigene Verbindungen, insbesondere Eiweiße und Vitamine. Hinzu kommen die eingangs genannten Produkte (Sauerstoff, Kohlendioxid, Harnstoff, Fette, Zucker, Vitamine, Hormone) die auf dem Blutwege zwischen den Organen und den Geweben verschoben werden. Milz Die Milz des Hundes ist sowohl in den Blutkreislauf integriert als auch Teil des Lymphatischen Systems. Ihre Hauptaufgabe ist die sogenannte Blutmauser, was bedeutet, dass sie vorbeigeführten Blutzellen auf Alter und Schäden prüft, um sie ggf. aus dem Kreislauf zu entfernen. Des Weiteren kann ein Teil des Blutvolumens durch die Milz wie ein Schwamm gespeichert und bei Bedarf wieder entlassen werden. Bei Jungtieren ist darüber hinaus die Milz gemeinsam mit der Leber der Hauptbildungsort der Blutkörperchen. Später wird diese Funktion weitestgehend vom Knochenmark übernommen. Lymphatisches System Das Lymphatische System bildet einen Teil der körpereigenen Abwehr des Hundes. Neben dem Blutkreislauf stellt es außerdem einen wichtigen Transportweg dar, insbesondere für Fette. Die beförderte Flüssigkeit bezeichnet man als Lymphe. Das Lymphsystem dient der Abwehr von Krankheitserregern und Fremdstoffen sowie veränderter Zellen (bspw. Tumoren). Im Darm absorbierte Fette werden in die Lymphbahn aufgenommen und gelangen auf diesem Wege in den Blutkreislauf. Der Aufbau des Systems beginnt mit den kleinsten Verästelungen, den Lymphkapillaren, die “blind“ im Gewebe enden. Im Gegensatz zum Blut handelt es sich nicht um einen geschlossenen Kreislauf. Die Lymphe wird nur in einer Richtung, zum Körperzentrum hin, transportiert. Die Pumpfunktion erfüllen hierbei kleine zusammenziehbare Strukturen, die sogenannten Lymphherzen, die entlang des Gefäßsystems verteilt sind. Die Kapillaren nehmen die, sich zwischen den Zellen des Gewebes befindliche Flüssigkeit auf, die sich weitestgehend aus den flüssigen Bestandteilen des Blutes, sowie weißen Blutzellen und Fetten zusammensetzt. Die dadurch entstandene Lymphe wird zu Sammelzentren, den Lymphknoten gespeist. Von hier aus gelangt sie schließlich an die große Hohlvene im Brustkorb, um dort an den Blutkreislauf abzugeben zu werden. In den Lymphknoten wird die Lymphe gefiltert und von Schadstoffen befreit. Zudem wird hier eine Fraktion der weißen Blutzellen, die Lymphozyten, geprägt. Unter Prägung versteht man in diesem Zusammenhang, dass die Zellen auf eine krankmachende Substanz stoßen, z.B. ein Bakterium und sich ein Merkmal der Struktur der Substanz einprägen können. Kommt es zu einem erneuten Befall durch den Erreger, kann eine weitaus schnellere Antwort der Immunabwehr aufgrund der Prägung eingeleitet werden. Neben diesen Leitungen und Knoten besteht das Lymphsystem aus einigen Organen. Dazu zählen die Milz, der Thymus (dient der Primärentwicklung einer Lymphozytenart beim jungen Hund und wird im Alter nicht mehr gebraucht) und den Mandeln (Abfangen von Krankheitserregen aus Nasenregion). Lymphknoten sind immer für eine bestimmte Körperregion verantwortlich. Eine Schwellung kann somit Aufschluss über einen entzündlichen Prozess in dem Bereich geben.