Gebiss und Zähne Das Gebiss dient dem Hund zum Erlegen und Zerkleinern seiner Nahrung. Mit den Schneide- und Fangzähnen kann die Nahrung fest gepackt werden. Die Backenzähne greifen wie Zangen ineinander und ermöglichen es, harte Strukturen wie Knochen aufzubrechen. Hunde kauen ihre Nahrung kaum sondern zerteilen sie lediglich in einzelne Bissen, die vollständig abgeschluckt werden. Die Zähne bestehen an ihrer Außenseite aus dem harten weißlichen Zahnschmelz. Darunter befindet sich der Zahnzement, aus dem der eigentliche Zahnkörper aufgebaut ist und in seinem Innern die Schmelzhöhle enthält. Hier liegt der Wurzelnerv. Der Zahn ist mit seiner Wurzel im Zahnfach des Kiefers verankert, das an seiner Innenseite von der Wurzelhaut (Periodontium) ausgekleidet wird. Zahnwechsel Die neugeborenen Welpen kommen ohne Zähne auf die Welt. Die ersten Milchzähne brechen ab der 4. Lebenswoche durch. Das Milchgebiss besteht in jedem Kieferviertel aus 3 Schneidezähnen (I 1 - 3), einem Fangzahn (C 1) und 3 Vorderbackenzähnen (PM 1 - 3) im Oberkiefer, bzw. 2 Vorderbackenzähnen (PM 1 + 2) im Unterkiefer. Die Milchzähne sind schlank und spitz. Der Schmelz kann eine leicht bläuliche Färbung aufweisen. Ab dem 3. Lebensmonat beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne brechen aus und werden durch die permanenten Zähne ersetzt. Als erstes wechseln die Schneidezähne und anschließend die Backenzähne. Das permanente Gebiss besteht in jedem Kieferviertel aus 3 Schneidezähnen (I 1 - 3), 1 Fangzahn (C 1), 4 Vorderbackenzähne (PM 1 - 4) und 2 Hinterbackenzähne (M 1 + 2) im Oberkiefer, bzw. 3 Hinterbackenzähne (M 1 - 3) im Unterkiefer. Der Zahnwechsel ist zumeist um den 6. Lebensmonat abgeschlossen. Krankheiten Als Komplikationen des Zahnwechsels können unter anderem nicht vollständig gelöste Milchzähne auftreten. Besonders häufig ist dabei der Fangzahn betroffen. Der dünne kleinere Milchzahn steckt seitlich neben dem permanenten Zahn im Zahnfach. Die Veränderung kann auch auf beiden Seiten gleichzeitig bestehen. Der überschüssige Zahn lässt sich zumeist ohne größere Probleme von einem Tierarzt entfernen. Allerdings muss hierzu eine Narkose erfolgen. Am besten lässt man die Entfernung vornehmen, wenn im ersten Lebensjahr eine andere Operation, z.B. eine Kastration, vorgenommen werden soll. In selteneren Fällen kann es vorkommen, dass das permanente Gebiss einen Zahn zu wenig oder zuviel aufweist. Beschwerden bestehen zumeist nicht. Allerdings ist die Veränderung von Bedeutung bei Rassehunden, da die Anlage zu unregelmäßiger Zahnzahl als erblich bedingt betrachtet wird. Zahnalter Anhand der Zähne lässt sich auch das ungefähre Alter eines Hundes abschätzen. Hierbei macht man sich die Tatsache zunutze, dass die Zähne im Laufe des Lebens abreiben. Der Abrieb beginnt im Unterkiefer ab dem 1. Lebensjahr. Im Gebiss eines 1 - 1,5 Jahre alten Hundes sind die beiden mittleren Schneidezähne des Unterkiefers (I 1 u) abgerieben und dadurch offensichtlich kürzer als die daneben liegenden Schneidezähne. Der zweite Schneidezahn (I 2 u) beginnt ab 2,5 Lebensjahren abzureiben. Der dritte Schneidezahn (I 3 u) im Alter von 5 Jahren. Im Oberkiefer beginnen die mittleren Schneidezähne (I 1 o) ab dem 3,5. Lebensjahr abzureiben. Die zweiten Schneidezähne (I 2 o) reiben ab dem 4,5. Lebensjahr ab. Die dritten Schneidezähne (I 3 o) ab dem 6. Lebensjahr. Hunde zwischen dem 6. und 10. Lebensjahr zeigen eine querovale Abriebfläche aller Schneidezähne. Ab dem 10. Lebensjahr erscheint die Abriebfläche eher rund. Einige Beispiele zu der Altersschätzung Sie wollen einen Hund aus dem Tierheim übernehmen und kennen das Alter nicht. Im Unterkiefer sind Schneidezahn 1 + 2 abgerieben. Im Oberkiefer nur Schneidezahn 1. Der Hund ist ca. 3,5 Jahre alt. Im Unterkiefer sind Schneidezahn 1 + 2 + 3 abgerieben. Im Oberkiefer Schneidezahn 1 + 2 + 3. Der Hund ist über 6. Jahre alt. Im Unterkiefer ist nur Schneidezahn 1. abgerieben. Der Hund ist ca. 1,5 Jahre alt. Alle Schneidezähne sind abgerieben. Die Abriebfläche ist rund. Der Hund ist mindestens 10 Jahre alt.