Kurz vor der Geburt zeigt eine Hündin typische Verhaltensweisen. In der Regel beleckt sie vermehrt ihr Geschlechtsorgan, es kann zu vaginalem Ausfluss kommen, die Absonderung von Milch kann einsetzen und die Milchleiste kann noch einmal erheblich an Umfang zunehmen. Die Hündin verhält sich mitunter sehr unruhig, was sich in u.a. durch Hecheln, und Zittern zeigen kann. Anhand der Körpertemperatur lässt sich die bevorstehende Geburt recht genau ermitteln. Während der Trächtigkeit ist die Temperatur der Hündin aus hormonellen Gründen leicht erhöht. Sie beträgt etwa 38,5 bis 39 Grad Celsius. Etwa eine Woche bis zu zehn Tage vor der Geburt sinkt die Temperatur auf ca. 38 Grad Celsius ab und verweilt dort. Etwa einen Tag vor der Geburt sinkt die Temperatur der Hündin dann um ein weiteres Grad auf 37 Grad Celsius ab. Messen Sie die Temperatur Ihrer Hündin ab dem 50. Trächtigkeitstag am besten zwei- bis dreimal täglich. In dem nachfolgenden Ratschlag lesen Sie, wie man dabei am besten vorgeht. Bei der eigentlichen Geburt unterscheidet man mehrere Phasen. Die erste Phase bezeichnet man gemeinhin als Öffnungsphase. Die Gebärmutter beginnt sich zusammenzuziehen erste Wehen treten auf, die sogenannten „Stellwehen“. Der untere Teil der Gebärmutter, an den sich die Vagina anschließt, beginnt sich zu weiten, da die Welpen als Folge der Wehen Richtung Vagina geschoben werden. Die Unruhe der Hündin nimmt zu. Eine typische Verhaltensweise ist das Nestbauen. Oftmals dienen Stofftiere oder Pantoffeln als Welpenersatz, die dann bemuttert werden. Bei manchen Hündinnen tritt Schleim aus der Vagina aus, Diese Phase erfolgt beginnt i.d.R etwa 12-36 Stunden (insbesondere bei Hündinnen, die zum ersten Mal werfen) nach dem Temperaturabfall auf 37 Grad Celsius. In der nachfolgenden Austreibungsphase verstärken sich die Wehen, da die Welpen in den Vaginabereich, durch den nun geöffneten Muttermund (unterster Teil des Gebärmutterhalses) eindringen. Die Hündin beginnt mit dem Bauchpressen um den Druck auf die Welpen im Geburtskanal zu erhöhen. Der äußere Teil der Fruchtblase platzt beim Übergang in die Scheide, Fruchtwasser geht ab. Treten die Wehen stark und regelmäßig auf, kommt innerhalb der nächsten halben Stunde der erste Welpe. Geschieht dies nicht, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Ein Welpe wird meist mit dem Kopf nach vorne geboren. Wichtig ist, dass die Wirbelsäule nach oben gerichtet ist, da auf diese Weise der Platz im Geburtskanal am besten ausgenutzt wird. Im Anschluss setzt die Nachgeburtsphase ein. Unmittelbar nachdem ein Welpe geboren ist, beginnt die Hündin insbesondere den Kopf- und Nasenbereich zu belecken, um verbliebene Fruchthüllenteile zu entfernen und die Atmung anzuregen. Danach beißt die Hündin die Nabelschnur durch. Bevor die Nachgeburt, Reste der Fruchthüllen und der Mutterkuchen, ausgeschieden wird, kommt es bei der Hündin zu einem grünlichen Ausfluss aufgrund von Blutungen, die einen entsprechenden Blutfarbstoff enthalten. In der Regel wird innerhalb von 15 Minuten nach dem Welpen, die Nachgeburt ausgeschieden. Die Hündin frisst die Nachgeburt direkt auf. Danach setzt in der Regel eine Ruhepause ein, in der keine Wehen auftreten und sich die Hündin ruhig verhält. In dieser Zeitspanne werden die Welpen versorgt und gesäugt. Die Geburt des ersten Welpen dauert in der Regel länger (bis zu sechs Stunden ausmachen). Die darauf folgenden Welpen kommen für gewöhnlich in Intervallen von 0,5-1 Stunde zur Welt. Abhängig von Alter und Rasse sind bei einem Wurf 3-12 Welpen zu erwarten. Die Geburtsdauer eines gesamten Wurfes beträgt somit 6-24 Stunden. Die meisten Geburten gehen von statten, ohne dass Hilfe notwendig ist. Am besten stört man die Hündin dabei so wenig wie möglich und schaut stattdessen in regelmäßigen Abständen nach dem rechten. Sinnvoll ist allerdings, im vorraus eine geeignete Geburtskiste anzufertigt.