Der Bewegungsapparat setzt sich aus dem Skelett mit Gelenken, sowie den Muskeln und Nerven zusammen. Ihr Zusammenspiel ermöglichen sie Bewegungen des Körpers und gewährleisten einen mechanischen Schutz der vitalen Organe in den Körperhöhlen. Skelett Die wichtigsten Einzelteile des Skeletts sind die Wirbelsäule, der Schädel, die Rippen, die Knochen der Gliedmaßen und die Gelenke. Wirbelsäule Die Wirbelsäule entsteht aus einzelnen, gelenkig verbundenen Wirbeln und wird in die Halswirbelsäule (7 Wirbel, C 1 – C 7), die Brustwirbelsäule (13 Wirbel, T 1 – T 13), die Lendenwirbelsäule (7 Wirbel, L 1 – L 7), das Kreuzbein (Verschmelzung von 3 Wirbeln, S 1 – S 3) und die Schwanzwirbelsäule (ca. 20 Wirbel, Cy 1 – Cy 20) aufgeteilt. Schädel Der Schädel setzt sich aus mehreren Einzelknochen zusammen, die nach der Geburt miteinander verschmelzen. Er dient dem Schutz des Gehirns und der Sinnesorgane. Schädel und Unterkiefer sind über das Kiefergelenk beweglich miteinander verbunden. Rippen (+ Brustbein) Die Rippen umschließen den Brustkorb und dienen in erster Linie der Atmung. Sie sind an ihrem oberen Ende mit einem der Brustwirbel und am unteren Ende mit dem Brustbein verbunden. Es liegen 13 Rippen vor. Die letzte Rippe bezeichnet man als Fleischrippe, da sie keinen Kontakt zum Brustbein hat sondern blind in der Körperwand endet. Knochen der Gliedmaßen Sowohl Vorder- als auch Hintergliedmaßen zeigen von körpernah zu körperfern einen zunehmend komplexen Aufbau. Sie bestehen aus einem langen kräftigen Oberarm- bzw. Oberschenkelknochen. Den Unterarm bzw. Unterschenkel bilden zwei Knochen (Elle + Speiche/ Schien- + Wadenbein). Es folgen jeweils sieben sehr kleine Knochen der Hand- bzw. Fußwurzelgelenke, 4 Mittelhand- bzw. Mittelfußknochen, und zuletzt in jedem Finger bzw. Zeh drei Einzelknochen, deren letzter das Krallenbein mit der Kralle ist. Gelenke Gelenke sind die bewegliche Verbindungsstelle zwischen zwei oder mehreren Knochen, die die Beweglichkeit des gesamten Skelettes gewährleisten. Die beteiligten Knochenoberflächen sind mit Gelenkknorpeln überzogen. Das Gelenk ist nach außen hin mit einer Gelenkkapsel abgeschlossen. Darin befindet sich die Gelenksflüssigkeit (Synovia), die als eine Art Gleitfilm fungiert. Es liegt eine Vielzahl an Gelenktypen vor, die sich durch ihren Aufbau und unterschiedliche Beweglichkeit voneinander unterscheiden. Beispielsweise spricht man im Falle des Kniegelenkes von einem so genannten Schlittengelenk, da die Kniescheibe wie ein Schlitten über einen Kamm am unteren Ende des Oberschenkelknochens gleitet. Das Kniegelenk hat eine hohe Beweglichkeit und kann um nahezu 180° gebeugt werden. Die Wirbel der Wirbelsäule sind über so genannte Schiebegelenke miteinander verbunden, wobei im Prinzip zwei glatte Gelenkflächen aufeinander treffen, die nur eine verhältnismäßig geringe Beweglichkeit gestatten. Muskeln Das Skelett steht in enger Verbindung zum Muskelapparat. Muskeln setzten sich aus Körperzellen zusammen, die in der Lage sind, sich bei Reizung zu verkürzen. Die Muskeln überspannen die Gelenke und gewährleisten durch ihr kompliziertes Zusammenspiel aus Anspannung und Erschlaffung deren Beugung bzw. Streckung. Je mehr einzelne Muskeln an einem Gelenk beteiligt sind, desto größer ist die Anzahl an möglichen Bewegungen. Aus diesem Grund sind die Gelenke der Gliedmaßen besonders gut bemuskelt. Nerven Das periphere Nervensystem des Bewegungsapparates zweigt aus dem Rückenmark ab und erreicht jeden einzelnen Muskel des Körpers. Die Nerven halten die Muskelspannung aufrecht und lösen über deren Erregung die Verkürzung, also die eigentliche Muskelarbeit aus. Je mehr Nerven in einen Muskel ziehen, desto feiner kann seine Anspannung abgestuft werden. Aus diesem Grund sind die Gesichtsmuskeln, die die Mimik erzeugen, besonders gut innerviert. Die Koordination der einzelnen Muskelgruppen und dadurch des gesamten Bewegungsapparates findet im Zentralen Nervensystem statt. Rezeptoren Um den Bewegungsapparat zu kontrollieren ist das Gehirn neben den Sinnesorganen auch noch auf eine Vielzahl von Rezeptoren in Muskeln und Gelenken angewiesen. Diese messen permanent die Spannung in ihrer Umgebung und leiten die Information über die Nervenbahnen an das Gehirn weiter. Dadurch kann sich das Gehirn ein „Bild“ von der Stellung der Gelenke zueinander machen und diese innerhalb von Sekundenbruchteilen durch entsprechende Anpassung der Muskelspannung verändern. Auf diese Weise lässt sich im Stehen die Balance halten und komplexe Bewegungsabläufe wie Laufen und Springen koordinieren.