Beschreibung

Das Vestibularsystem kontrolliert die Balance und das Gleichgewicht Ihres Hundes. Es setzt sich aus verschiedenen anatomischen Strukturen zusammen. Aus den Bogengängen des Innenohres, dem VIII. Gehirnnerven, sowie verschiedenen Kernen im Klein- und Stammhirn. Läsionen (Schädigungen oder Verletzungen der anatomischen Struktur), die eine Vestibularerkrankung verursachen, können entweder zentral (im Gehirn) oder peripher (außerhalb des Gehirns) liegen. Das periphere Vestibularsydrom wird bei Hunden häufiger gesehen als das zentrale.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 5

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Läsionen des Vestibularsystems führen zu Kopfschiefhaltung und verschiedenen Störungen der Bewegungskoordination und Gleichgewichtsregulation des Hundes. Besonders typisch ist das Kreislaufen des Hundes in eine Richtung. Nicht selten können Rollen der Augen und unfreiwillige, rhythmische Augenbewegungen beobachtet werden.

Ursache

Ältere Hunde können an einem vorübergehenden Vestibularsyndrom erkranken (geriatrisches Vestibularsyndrom), dessen Ursache nicht geklärt ist. Kennzeichnend ist ein plötzliches, einseitiges Auftreten des Syndroms mit den beschriebenen Symptomen. Als Ursachen für die häufigere periphere Form kommt folgendes in Frage: Eine Entzündung des Innen- oder Mittelohres, Tumoren des Mittelohres und Verletzungen. Die zentrale Form kann durch Verletzungen, Blutungen, Tumoren oder Infektionen des Gehirns, Entzündungen der Hirnhäute, oder Infarkte verursacht werden. Reinrassige Hunde, die jünger als drei Monate sind und Symptome eines Vestibularsyndroms zeigen, leiden wahrscheinlich an einer angeborenen Form. Die angeborenen Formen sind einseitig und bei Deutschen Schäferhunden, Dobermann, Akita, Englischen Cocker Spaniel, glatthaarigen Foxterrieren und Tibetterrier beschrieben. Bei Dobermann und Akita tritt häufig zusätzlich eine Taubheit auf. Viele Tiere können sich so gut an die Gleichgewichtsstörungen gewöhnen, dass eine gute Lebensqualität trotz Erkrankung besteht.

Therapie

Die Therapie des geriatrischen Vestibularsyndroms richtet sich nach der Schwere der Symptome. Oft reichen Infusionen und Medikamente gegen die Übelkeit aus. Insgesamt kommt es zu einer schnellen Verbesserung des Geschehens innerhalb weniger Tage, in seltenen Fällen ist die Kopfschiefhaltung permanent. Die Prognose ist sehr gut. Zudem hat sich die Therapie nach der Ursache zu richten, lässt sich diese ermitteln.

Notfallmaßnahmen

Die Krankheit ist in der Regel nicht lebensbedrohlich für einen Hund. Allerdings verursacht die Störung des Gleichgewichtes mitunter starke Übelkeit (Erbrechen), die zu behandeln ist sowie andere, unangenehme Symptome wie das Kreislaufen. Zum Ausschluß anderer Erkrankungen sollte der Hund schnellstmöglich einem Tierarzt vorgestellt werden.