Beschreibung

Ein Hund kann Giftstoffe über den Magen-Darm-Trakt, die Haut und die Atemwege aufnehmen. Zu einer Vergiftung kommt es, wenn das Tier längere Zeit giftigen Substanzen ausgesetzt ist oder eine große Menge einer giftiger Substanzen aufnimmt.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 5

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 4

Verlauf

In der Regel setzten die Symptome unmittelbar nach Kontakt mit der giftigen Substanz ein und ähneln sich in vielen Fällen. Typische Reaktionen sind Speicheln, Erbrechen, Zittern und Krämpfe, ein gestörtes Allgemeinbefinden, Schwäche, Durchfall, Atemnot, Pupillenerweiterung bis hin zu Blindheit und Koma. Die Aufzählung ist keineswegs vollständig, sie soll lediglich einen Überblick über mögliche Symptome geben.

Ursache

Vergiftungen sind keine seltenen Erkrankungen. Plötzlich auftretende, heftige Symptome einer anderen Erkrankung (bspw. einer Magendrehung) werden vielfach als Vergiftungen missgedeutet. Vergiftungen können durch die unterschiedlichsten Substanzen verursacht werden. Zu nennen sind pflanzliche Gifte, metallische Gifte, tierische Gifte, chemische Gifte zur Bekämpfung von Nagetieren, Pflanzenschutzmittel, etc. Die Aufnahme kann beispielsweise erfolgen, indem ein Hund Mottenkugeln verschluckt, Ratten- oder Mäusegift frisst, Frostschutzmittel leckt, bleihaltige Dämpfe (Rostschutzfarbe) inhaliert, bleihaltige Fremdkörper schluckt, Medikamente des Halters frisst, Schokolade schluckt, Scheuermittel trinkt, von Bienen gestochen wird, etc..

Therapie

Die genaue Diagnose ist oft schwierig zu stellen, vor allem wenn das Tier während der Aufnahme des Giftes unbeobachtet war. Hinzu kommt, dass die meisten Vergiftungen keine spezifischen Symptome erzeugen, sondern lediglich allgemeine Übelkeit und Schwäche verursachen. Daher ist ein detaillierter Bericht im Gespräch mit dem Tierarzt vonnöten, um die mögliche Quelle der Vergiftung ausfindig zu machen. Dabei sollten auch immer Arzneimittel, die das Tier gerade einnimmt und Futtermittelumstellungen, die unter Umständen kürzlich erfolgt sind in die Überlegung mit einbezogen werden. Ist die Ursache der Vergiftung gefunden, muss der Giftstoff aus dem Organismus des Hundes entfernt werden. Magenspülungen, Medikamente, Hautreinigungen, Bluttransfusionen, Infusionen und weitere therapeutische Maßnahmen können erforderlich sein. Gegebenenfalls ist der Hund bei schwerer Symptomatik zunächst zu stabilisieren.

Notfallmaßnahmen

Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Besteht Gewissheit oder zumindest ein Verdacht, worum es sich bei der aufgenommenen Substanz handeln könnte, empfiehlt es sich, wenn möglich die Verpackung oder den Container mitzunehmen. Hat sich das Tier kürzlich in der Obhut einer anderen Personen als derjenigen befunden, die den Transport zum Tierarzt durchführt, so sollte die zweite Person entweder das Tier begleiten oder zumindest telefonisch für mögliche Nachfragen des Tierarztes zur Verfügung stehen.