Beschreibung

Trächtigkeit beschreibt die Zeitspanne zwischen Befruchtung und Geburt und dauert bei der Hündin ca. zwei Monate bzw. 63 Tage an. Da das veränderte Verhalten während einer Trächtigkeit unter Umständen mit Krankheitsbeschwerden verwechselt werden kann, soll dies im Folgenden behandelt werden.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 1

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 1

Verlauf

Während des ersten Monats kann eine Trächtigkeit leicht übersehen werden. Oft besteht lediglich ein vermehrtes Schlafbedürfnis. Zusätzlich kann es zu Übelkeit aufgrund hormoneller Veränderungen im Organismus der Hündin kommen, die häufig morgens in Erscheinung treten. In der Regel frisst das Tier dieser Zeit weniger oder verweigert die Futteraufnahme mitunter völlig. Viele Hündinnen sondern ein klares Sekret aus der Vagina ab. Etwa ab der fünften Trächtigkeitswoche kommt es zu einem leichten Anschwellen des Bauches. Dieses Anzeichen ist bei kleinen Würfen oder fülligeren Hündinnen nicht immer sehr ausgeprägt. Der Bauchumfang vergrößert sich mit fortschreitender Schwangerschaft wobei das Verhalten der Hündin zunehmend ruhiger wird. Gleichzeitig werden die Zitzen fester und nehmen eine rosa Färbung an. Die Milchleiste in ihrer Gesamtheit nimmt an Umfang zu, während die Milchproduktion vorbereitet wird. Gebärt die Hündin zum ersten Mal, ist dieser Prozess meist erst nach der Geburt abgeschlossen. Wirft die Hündin zum wiederholten Mal, kann der Milcheinschuss bereits einige Tage vor der Geburt einsetzten. Kurz vor der Geburt beleckt die Hündin vermehrt ihr Geschlechtsorgan und es kann vaginaler Ausfluss bestehen. Die Tiere zeigen eine beschleunigte Atmung und gelegentlich Zittern. Die eigentliche Geburt der Welpen wird in drei Phasen aufgeteilt: 1. Eröffnungsphase: Der Muttermund weitet sich und gibt den Weg in den Geburtskanal frei. 2. Austreibungsphase: Die Wehen setzen ein. Die Gebärmuttermuskulatur zieht sich krampfartig zusammen und presst die Föten in Richtung des Geburtskanals. Dabei zerreißen die Fruchtblasen. 3. Nachgeburtsphase: Die Hündin beleckt die Welpen ausgiebig, um die Atmung zu stimulieren und beißt anschließend die Nabelschnur durch. Mit jedem Welpen wird zusätzlich eine Plazenta ( Mutterkuchen ) hervorgebracht, der in der Regel. von der Hündinn gefressen werden. Im Anschluss an die Geburt kann über mehrere Tage ein grünlich schleimiger Ausfluss aus der Vagina bestehen, der Beimengungen von Blut enthalten kann.

Ursache

Die Hündin verfügt über einen Jahreszeit abhängigen Zyklus und wird normalerweise ein bis zwei Mal im Jahr läufig. In dieser Zeit ist das Tier vermehrt unruhig, drängt nach draußen und sondert ein blutig schleimiges Sekret über die Vagina ab. Die Blutung markiert die Vorbereitungsphase. Im Anschluss daran kommt es zum eigentlichen Eisprung. Für etwa drei bis vier Tage ist die Hündin empfänglich. Kommt es in diesem Zeitraum zu einem erfolgreichen Deckakt, werden die gesprungenen Eier befruchtet und nisten sich in der Gebärmutterschleimhaut ein. Die Trächtigkeit beginnt.

Therapie

Während des ersten Trächtigkeitsmonats sind sowohl Abtasten als auch bildgebende Verfahren oft noch ohne eindeutiges Ergebnis. Ab der vierten Woche können in der Regel die Föten mit einer Ultraschalluntersuchung dargestellt werden. Die Größe des Wurfes kann dabei jedoch meist nur geschätzt werden. Genauer ist hingegen ein Röntgenbild, das allerdings aufgrund seiner schädigenden Wirkung auf die Entwicklung der Föten bis zum Ende der Trächtigkeit unterbleiben sollte. Anders als beim Menschen oder Pferd, ist bei der Hündin der Nachweis von Progesteron (ein Schwangerschaftshormon) im Blut nicht aussagekräftig. Es besteht mit neueren Verfahren allerdings die Möglichkeit, ab dem 30. Trächtigkeitstag über den Nachweis von Serum-Relaxin (eine vom Mutterkuchen gebildete Verbindung) einen Schwangerschaftstest zu machen.

Notfallmaßnahmen

Rund um Trächtigkeit und Geburt existieren einige Ratschläge, die in nachfolgender Auflistung einzeln eingesehen werden können.