Beschreibung

Die Ohrentzündung (im weiteren Sinne) ist beim Hund einer der häufigsten Gründe für einen Tierarztbesuch. Im allgemeinen Praxisgebrauch versteht man darunter die Entzündung des eigentlichen Hörkanals zwischen Außenohr und Trommelfell.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 3

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Die Innenhaut des Hörkanals ist gereizt, gerötet und verdickt. Es wird vermehrt Ohrwachs gebildet. Die entzündete Haut kann eitern und ein übler Geruch kann von dem betroffenen Ohr ausgehen. Die eigentliche Entzündung kann bereits einige Tage oder auch Wochen bestehen, bevor die ersten Symptome offensichtlich werden. Im Allgemeinen beginnt das Tier mit der Pfote an den Ohren oder am Ohrgrund zu kratzen oder den Kopf an Gegenständen z.B. dem Teppich oder Tischbeinen zu reiben. Häufig wird lediglich der Kopf fortwährend geschüttelt. Die Symptome können mit Unterbrechungen auftreten oder bei fortgeschrittenen und schweren Entzündung ununterbrochen bestehen. Die Erkrankung betrifft häufig nur ein Ohr, kann aber auch auf das andere Ohr übertragen werden.

Ursache

In den meisten Fällen werden Ohrentzündungen durch eingewanderte Bakterien hervorgerufen. In seltenen Fällen können auch Pilze oder Hefen beteiligt sein. Ohrmilben bilden als Auslöser ein separat abgehandeltes Krankheitsbild. Hunde, die gerne ins Wasser gehen sowie Hunderassen mit Hängeohren und/oder langem Fell sind häufiger von Ohrenentzündungen betroffen. Bei einigen Erkrankungen des Hörkanals, insbesondere wenn die Entzündungen häufig wiederkehren oder die Tiere auf Medikamente nicht ansprechen, können Futterallergien oder andere Unverträglichkeiten zumindest beteiligt sein. Besteht der Verdacht einer solchen Allergie, sollte zur Therapie auch ein Futterwechsel in Erwägung gezogen werden.

Therapie

Einfache und unkomplizierte Entzündungen sprechen in der Regel gut auf eine Behandlung mit Ohrtropfen an. Meist muss das betroffene Ohr begleitend dazu durch den Tierarzt von Wachs und Eiter gereinigt werden. In schweren Fällen sind zusätzlich anderweitige Medikamente zu verabreichen. Bei chronischen Erkrankungen schwillt der gesamte Hörkanal manchmal völlig zu und verursacht fortwährende Irritationen und Schmerzen. In solchen Fällen hilft meist nur noch eine Operation, bei der der Hörkanal von außen künstlich geöffnet wird, um so eine bessere Belüftung und Reinigung zu erreichen.

Notfallmaßnahmen

Zeigt Ihr Hund die zuvor genannten Symptome, sollten Sie bald möglichst, bei starken Ausprägungen und Schmerzäußerungen schnellst möglich einen Tierarzt konsultieren.