Beschreibung

Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die angeboren oder erworben sein kann und vor allem anfallartige Muskelschwächen hervorruft.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 3

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 2

Verlauf

Die erworbene Form der Krankheit tritt meistens schon in den ersten Lebensmonaten in Erscheinung. Bei älteren Tieren stellen sich Veränderungen vor allem um das 3. bzw. 9. Lebensjahr ein. Die Symptome sind zunächst unauffällig und nehmen erst nach und nach an Intensität zu. Anfänglich besteht oft nur leichtes Muskelzittern und/ oder ein unsicherer Gang. Gelegentlich sind schlaffe und herabhängende Augenlider zu beobachten. Im weiteren Verlauf kommt es dann zu erheblichen Bewegungsstörungen mit plötzlichem Einbrechen der Hinterhand und Lähmungserscheinungen. Besonders auffällig ist dies nach vorausgegangener körperlicher Belastung. Nach Ruhepausen verschwinden die Veränderungen meist vollständig. Eine gängige Komplikation ist eine Erschlaffung der Speiseröhrenmuskulatur und dadurch eine abnormale Aussackung des Organs. Das Tier zeigt Schluckbeschwerden und Würgen wobei Futteranteile in die Atemwege gelangen und eine Lungenentzündung auslösen können.

Ursache

Im Falle dieser Erkrankung bildet der Körper bestimmte Antikörper (Eiweiße der Immunabwehr), die die Verbindungsstellen zwischen Muskeln und Nerven besetzen und deren Zerstörung durch das Immunsystem bewirken. In einigen Fällen lässt sich diese Veränderung auf einen bestimmten vererblichen Gendefekt zurückführen. Die Krankheit kann allerdings auch ohne erbliche Voraussetzungen ausbrechen. Die Ursachen hierfür sind noch nicht hinlänglich erforscht.

Therapie

Der Verlauf der Symptome lässt zumeist bereits eine Verdachtsdiagnose zu. Mit einem Blutbild können andere Krankheitsauslöser untersucht und ausgeschlossen werden. Die auslösenden Antikörper lassen sich (bei der erworbenen Form) zudem im Blut nachweisen. Des Weiteren kann die Injektion eines Medikamentes, das die Krankheitssymptome sofort und kurzfristig umzukehren vermag, als diagnostisches Mittel eingesetzt werden. Eine Aussackung der Speiseröhre lässt sich mit einem Röntgenbild darstellen. Die motorischen Störungen lassen sich zumeist gut mit einem entsprechenden Medikament kontrollieren, das zeitlebens verabreicht werden muss. Entzündungshemmende Medikamente können ebenfalls eine positive Wirkung zeigen. Spontanheilungen sind in Ausnahmen möglich. Verschlechtert wird die Prognose durch das Vorliegen einer Speiseröhrenerweiterung.

Notfallmaßnahmen

Die potentielle Gefahr der Erkrankung ist als eher gering einzuschätzen. Da differentialdiagnostisch einige gefährliche Krankheiten (Epilespsie, etc.) auszuschliessen sind, sollte bei Verdacht ein Tierarzt innerhalb der nächsten Tage zu Rate gezogen werden.