Beschreibung

Das Cushing – Syndrom beschreibt eine Überfunktion der Nebennierenrinde. Dabei produziert der Organismus übermäßige Mengen an Cortisol (ein Aktivitätshormon, das unter anderem Einfluss auf den Stoffwechsel, das Immunsystem, Wachstum und Reifung sowie auf die Stresstoleranz des betroffenen Tieres hat), was wiederum eine Vielzahl an Veränderungen in allen Körperorganen bewirken kann.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 4

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Oftmals stellen sich die Symptome langsam ein und gleichen dem natürlichen Alterungsprozess eines Hundes. Die klassischen Symptome sind vermehrter Harndrang, vermehrter Durst und Gewichtszunahme. Zudem zeigt sich das Tier oftmals lethargisch und st häufiger erschöpft. Ein typisches Symptom ist die Vergrößerung der Leber bei gleichzeitigem Muskelschwund und Gewichtszunahme. Das Tier erhält ein tonnenförmiges Aussehen und hat oftmals einen Hängebauch. Besonders typisch ist die spezielle Charakteristik des Haarausfalls. Der Kopf und die vom Körper entfernten Teile der Gliedmaßen sind selten betroffen, wohingegen die Haare an Rumpf, Hals, Schwanz und an den zum Körper gewandten Teilen der Gliedmaßen teilweise vollständig ausfallen.

Ursache

Man unterscheidet mehrere Arten des Cushing - Syndroms, abhängig von der Entstehungsursache. Grundsätzlich kann die Funktion der Cortisolausschüttung in der Nebenniere selbst gestört sein, was bspw. im Vorliegen eines Tumors begründet sein kann. Zum anderen kann die Ausschüttung des nebennierensteuernden Hormons in der Hirnanhangsdrüse gestört sein, was ebenso durch einen Tumor in der Hirnanhangsdrüse verursacht werden kann. Zuletzt können aber auch Medikamente (Glukokortikosteroide) Cortisol enthalten, die unter anderem bei Schmerzen eingesetzt werden und bei einer längerfristigen Einnahme einen erhöhten Cortisolspiegel bewirken können und so die genannte Symptomatik auslösen.

Therapie

Unter Berücksichtigung der Symptome lassen Blutuntersuchungen und eine Vielzahl an Hormontests eine Diagnose der Erkrankung zu. Die Therapie hat sich gegen die Ursache der Krankheit zu richten. Sind Tumoren in der Nebenniere Auslöser der Krankheit, sind unter Umständen chirurgische Eingriffe möglich und erfolgreich. In fortgeschrittenen Stadien ist die Prognose eher schlecht. Verursachen Medikamente den hohen Cortisolspiegel, sind diese langsam abzusetzen. Ist der Cortisolüberschuss in einer Überproduktion der auslösenden Substanz begründet, bieten sich Medikamente (Lysodren) an, die wiederum die Cortisolproduktion in den Nebennieren verringert. Die Behandlung kann mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein und ist ständig zu überwachen, da falsche Dosierungen sehr kritisch sein können.

Notfallmaßnahmen

Bei den zuvor genannten Symptomen sollten Sie beim Tierarzt anrufen und einen Termin vereinbaren. Sind die Sprechstundenzeiten verstrichen, dann können Sie auch am nächsten Morgen anrufen, die Situation schildern und einen Termin vereinbaren. Bei übermäßiger Bauchschwellung, die auf eine Aufgasung hindeutet, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.