Beschreibung

Der Megaösophagus beschreibt die Erweiterung der Speiseröhre, meist über ihre ganze Länge und kann entweder angeboren oder erworben sein. Der Transport von abgeschluckten Futter kann dadurch erheblich beeinträchtigt sein.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 4

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Zu Beginn der Erkrankung hustet der betroffene Hund oftmals nach der Futteraufnahme. Dieses Frühsymptom wird in der Regel übersehen, kann aber auf eine Megaspeiseröhre hinweisen. Das typische Symptom der Erkrankung ist das Erbrechen etwas verzögert oder unmittelbar im Anschluss an die Futteraufnahme. Das Futter ist meist mit Speichel durchsetzt und unverdaut. Erfolgt das Erbrechen nicht unmittelbar nach der Fütterung, tritt oftmals aufgrund bakterieller Prozesse wegen dem längeren Verbleib in der Speiseröhre ein stechender Geruch auf. Ist die Schleimhaut der Speiseröhre zusätzlich entzündet, kann das Erbrochene auch Blut beinhalten. Die gestörte Futteraufnahme verursacht Abmagerung, Gewichtsverlust, Dehydratation (Austrocknung mit Symptomen wie trockener Mundschleimhaut mit zähflüssig geringem Speichel über schwachen Puls bis hin zu Zusammenbrüchen). Teilweise tritt auch das so genannte Leerschlucken auf, das zu Blähungen und Aufstossen führen kann. Gelangt Erbrochenes in die Lunge, kann es dort Entzündungsreaktionen verursachen und zu Lungenentzündungen, einer der schwersten Folgen der Megaspeiseröhre führen. In diesen Fällen ist das Allgemeinbefinden des Hundes in der Regel stark gestört. Es kommt zu Fieber und feuchtem Husten.

Ursache

Der angeborene Megaösophagus ist erblich bedingt. Oftmals sind Rassen wie die Deutsche Dogge, der Deutsche Schäferhund oder der Irische Setter betroffen. Die erworbene Megaspeisröhre kann durch einige Krankheiten ausgelöst werden. Oftmals ist die Ursache nicht genau zu ermitteln. In diesem Zusammenhang sind unter anderem verschiedene Erkrankungen des Nervensystems, Vergiftungen, Zeckenlähmungen oder aber Tumoren zu nennen. Der erworbene Megaösophagus tritt vornehmlich bei Tieren mittleren und hohen Alters auf.

Therapie

Aufgrund der zahlreichen Ursachen lässt sich eine umfangreiche Untersuchung in der Praxis nicht vermeiden. Dabei kommen neben der allgemeinen und speziellen Untersuchung unter anderem umfangreiche Laboruntersuchungen, Röntgenuntersuchungen, Nerven- oder Gehirnuntersuchungen, Endoskopien oder toxikologische Untersuchungen in Frage um die Ursache einzugrenzen oder ausfindig machen zu können. Oftmals richtet sich die Therapie gegen die auftretenden Symptome, da die Ursache der Krankheit unbekannt bleibt. Solche Maßnahmen umfassen die mehrmalige Fütterung kleiner Portionen individuell angepassten Futters von einem erhöhten Futterplatz aus, die Anlegung einer Speiseröhren- oder Magensonde zur Sicherstellung der Fütterung oder die Behandlung simultan auftretenden Krankheiten, wie der Lungenetzündung nach vorheriger bakterieller Untersuchung.

Notfallmaßnahmen

Treten die zuvor genannten Symptome auf, sollte der Tierarzt bald möglichst, also innerhalb der nächsten Tage oder Woche aufgesucht werden. Bei stärkeren Ausprägungen wird der Besuch dringender. Gerade wenn Ihr Tier direkt nach dem Fressen erbricht, sollten Sie schnellst möglich zu einem Tierarzt gehen. Es kann auch immer sein, dass Ihr Hund einen Fremdkörper abgeschluckt hat, was mitunter schwere gesundheitliche Folgen haben kann.