Beschreibung

Mammatumoren sind gut- oder bösartige Geschwülste an der Milchleiste der Hündin. Sie sind die häufigsten Tumoren nicht kastrierter Hündinnen und treten vornehmlich bei alten Tieren auf.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 3

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 4

Verlauf

Junge Hündinnen sind von dieser Erkrankung in der Regel verschont. Sie tritt meist nach Überschreiten des siebten Lebensjahres und verhäuft bei alten Hündinnen (älter als 10 Jahre) auf. Die Neubildungen treten entweder einzeln oder in Gruppen auf. Sie sind nichts anderes als Umfangsvermehrungen (Knoten) im Bereich der Milchleiste, die einen handballgroßen Durchmesser erreichen können. Sie sind eher derb - elastisch und die Oberfläche ist nicht glatt, sondern buckelig. Auf Druck spürt das Tier in der Regel keine Schmerzen. Die Haut über den Neubildungen kann verschiebbar oder nicht verschiebbar sein. Zudem können Geschwüre auf der Oberfläche der Knoten entstehen, was oftmals ein Anzeichen für einen eher kritischen Tumor ist. Das Allgemeinbefinden der Hündin kann selbst bei kleinen Neubildungen gestört sein, sie kann sich lethargisch und müde zeigen. Bösartige Tumoren tendieren zur Metastasenbildung (Metastasen = Tochtergeschwülste, die durch Übersiedlung von lebensfähigen Tumorzellen an einem anderen Ort entstehen) und wuchern vor allem in die Lymphknoten oder in die Lunge. Andere Organe können genauso befallen werden. Die Prognose für bösartige Tumoren der Milchleiste ist als eher schlecht, für gutartige Neubildungen hingegen als recht günstig anzusehen.

Ursache

Bei einem Tumor handelt es sich um eine Entartung körpereigener Zellen. Begünstigende Faktoren für die Entstehung von Mammatumoren sind das Übergewicht oder die hormonelle Läufigkeitsunterdrückung (mit den Hormonen Gestagen und Östrogen).

Therapie

Die Art des Tumors wird durch die Untersuchung einer entnommenen Gewebeprobe festgestellt. Röntgenaufnahmen und weitere diagnostische Maßnahmen helfen bei der Überprüfung von Wucherungen. Tumoren an der Milchleiste sind operativ zu behandeln. Der Tierarzt entfernt in der Regel die gesamte Milchleiste, da entfernte Knoten oftmals an benachbarten Stellen derselben Leiste erneut auftreten. Teilweise reicht es aber auch aus, allein die Neubildung zu entfernen. Unter Umständen sind im Extremfall beide Milchleisten komplett zu entfernen. Das beste Vorgehen ist für jedes Tier individuell zu bestimmen.

Notfallmaßnahmen

Stellen Sie einen Knoten im Bereich der Milchleiste Ihrer Hündin fest, sollten Sie schnellst möglich einen Tierarzt aufsuchen. Ist Ihre Hündin nicht vor der ersten oder zweiten Läufigkeit kastriert worden, können Sie regelmäßig die Milchleiste nach Knoten absuchen. Ihr Tierarzt zeigt Ihnen gerne, wie Sie vorzugehen haben. Die Kastration der Hündin vor der ersten Läufigkeit mindert das Risiko der Entstehung eines Mammatumores erheblich. Auch vor der zweiten Läufigkeit verringert der Eingriff das Risiko der Erkrankung beträchtlich. Alle Hündinnen, die nach Ablauf der zweiten Läufigkeit kastriert werden, erkranken genauso häufig wie nicht kastrierte Hündinnen an Milchleistentumoren. Bitte beachten Sie, dass die Verabreichung von Geschlechtshormonen (besonders Östrogen und Gestagen) zur hormonellen Läufigkeitsunterdrückung die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Mammatumors erhöht.