Beschreibung

Die bei anderen Tierarten teilweise übliche Aufnahme des eigenen Kots oder des Kots anderer Tierarten und Artgenossen ist beim Hund nicht gängig und ist als krankhafte Verhaltensstörung anzusehen.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 2

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 1

Verlauf

Neben dem offensichtlichen Symptom der Aufnahme des Kots können für den Fall, dass die Ursache des Kotfressens in einer Krankheit begründet liegt, deren Symptome auftreten. Für den Hund ist die Aufnahme von Kot nicht ungefährlich. Der Hund kann auf diese Weise Parasiten oder bakterielle Erreger aufnehmen, was weitere Krankheiten zur Folge haben kann.

Ursache

Beim Hund stellt Kotfressen keine normale Verhaltensweise dar, da er keine fehlenden Nährstoffe über das Kotfressen abdecken kann. Die genauen Ursachen für diese Verhaltensstörung sind nicht bekannt. Welpen zeigen gelegentlich Kotfressen, allerdings ist bei ihnen eher Neugier als Ursache zu nennen. Kotfressen kann bei Hündinnen natürlich sein, die zum Schutz ihrer Welpen deren Exkremente fressen um deren Lager hygienisch zu halten. Zeigt ein ausgewachsener Hund Kotfressen, ist es bedenklich und als Verhaltensstörung zu werten. Es tritt oftmals bei in kleinen Zwingern gehaltenen Hunden auf. Des Weiteren lassen sich Störungen der Magen-Darm Flora, Verdauungsmängel, Parasiten oder psychische Faktoren (z.B. Langeweile) als Ursachen nennen. Diese Ursachen können durch eine Reihe von Faktoren ausgelöst werden. Dazu zählen verschiedene Krankheiten des Verdauungstraktes oder der Bauchspeicheldrüse. Zudem kann Kotfressen bei Tieren beobachtet werden, die unausgewogen ernährt werden (zu wenige Vitamine, Ballaststoffe oder Spurenelemente) oder Folge einer medikamentösen Behandlung sein, die chemische Belastungen beim Hund hervorrufen.

Therapie

Zeigt ein ausgewachsener Hund die Verhaltensstörung, sollte eine umfassende klinische Untersuchung erfolgen, bei der das Vorliegen potentiell verursachender Krankheiten überprüft wird. Diese verursachende Krankheit ist nach gestellter Diagnose zu behandeln. Zudem bietet sich die Umstellung auf ein ausgewogenes Futter unter Rat des Tierarztes an.

Notfallmaßnahmen

Geben Sie Ihrem Hund ruhig ein wenig Zeit. Oftmals stellt sich die Verhaltensstörung von selbst ein. Ist dies nicht der Fall, dann sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Um gegen etwaige Verhaltensstörungen wie das Kotfressen prophylaktisch vorzugehen, können Sie eine hygienischen Umgebung schaffen, Ihren Hund artgerecht und ausgewogenen ernähren sowie ihm genügend Auslauf geben. Exkremente nicht stubenreiner Welpen sind umgehend zu entfernen und Zwinger sauber zu halten.