Beschreibung

Die Hypothyreose beschreibt eine Unterfunktion der Schilddrüse, bei der die Produktion des Schilddrüsenhormons weit unter den Normalwert fällt. Abhängig vom Alter des betroffenen Tieres können dadurch verschiedenartige Störungen auftreten.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 3

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Je nach Alter des Patienten kann die Erkrankung die verschiedensten Symptome hervorrufen, wobei die Erkrankung vorwiegend bei mittelalten bis alten Hunden vorkommt. Zwergrassen sind seltener betroffen. Boxer, Dobermänner und Golden Retriever eher. Welpen: Die Unterfunktion ist entweder vererbt oder der Hund hat sie im Welpenalter erworben. Die Symptome beeinflussen vornehmlich den Entwicklungsprozess der jungen Hunde. Vielfach werden die Tiere schwach geboren und oft eingeschläfert. Ansonsten sind betroffene Tiere zwergwüchsig, die Gliedmaßen sind verkürzt und dicklich. Das Tier ist in seiner körperlichen Entwicklung zurück. Es erscheint im späteren Alter noch welpenartig, da der Kopf und die Augen immer noch relativ groß im Vergleich zum kurzen Körper sind. Das Tier verliert oftmals seine Haare und ist in der geistigen Entwicklung zurück, was sich in langsamen Reaktionen, viel Schlaf und Trägheit zeigen kann. Erwachsene Hunde: Die Symptome stellen sich bei einer erworbenen Schilddrüsenunterfunktion langsam ein. Halter haben das Gefühl, dass ihr Hund schnell altert. Die Unterfunktion kann Symptome in nahezu allen Organen auslösen. Vielfach beschränken sich die Symptome allerdings auf die Haar- und Hautregion des Hundes. Das Tier verliert sein Haar – oftmals symmetrisch um den Rumpf herum, erleidet bakterielle Infektionen oder bekommt eine trockene Haut. Typischerweise kratzt sich ein solches Tier aufgrund der Hautkrankheiten oft. Zudem legt es trotz gleich bleibender Nahrungsaufnahme vielfach an Gewicht zu, zeigt sich lustlos und lethargisch und schläft viel. Unter Umständen sind wesentlich mehr Symptome verschiedener Organe zu beobachten.

Ursache

Die von der Schilddrüse ausgeschiedenen Hormone regeln den Stoffwechselkreislauf des Hundes. Eine Unterfunktion der Schilddrüse bedingt einen Mangel an diesen Hormonen, was den Stoffwechsel verlangsamt. Man unterscheidet je nach Ursache verschiedene Arten von Schilddrüsenunterfunktionen. Grundsätzlich können Hypothyreosen vererbt werden, durch Entzündungen, Traumata (Verletzungen) oder Tumoren verursacht sein. Die Unterfunktion kann aber auch bestehen, wenn die Schilddrüse unzureichend gesteuert wird, was der Fall sein kann, wenn die Hirnanhangsdrüse nicht aussreichend viele, steuernde Hormone ausschüttet.

Therapie

Die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion ist extrem schwierig. Es gibt zahlreiche diagnostische Maßnahmen, die zur Anwendung kommen können. Ist die Diagnose bestätigt, gestaltet sich die Behandlung als recht einfach. Grundsätzlich sind Tabletten mit Schilddrüsenhormonen zu verabreichen, wobei diese auf Lebenszeit zu geben sind. Die Dosierung hängt vor allem vom Körpergewicht des Patienten ab und bedarf einer Kontrolle durch den Tierarzt, da Überdosierung zu vermeiden ist. Nach Therapiebeginn stellt sich rasch eine Besserung ein, wobei Haut- und Haarprobleme die längste Zeit zur Regeneration benötigen (etwa zwei Monate).

Notfallmaßnahmen

Beim Auftreten, bei Verschlimmerung der zuvor genannten Symptome oder beim Hinzukommen neuer Symptome sollten Sie den Tierarzt bei nächster Gelegenheit anrufen und einen Termin innerhalb der nächsten Tage oder Woche vereinbaren. Die Symptome werden mitunter spät als Symptome einer Hypothyreose erkannt. Befindet sich Ihr Hund zu Beginn der Therapie, sollten Sie vor allem bei erhöhtem Urinabsatz einen Tierarzt konsultieren, da eventuell die Medikation überdosiert sein könnte. Hecheln oder permanente Rastlosigkeit wären als weitere Anzeichen zu nennen.