Beschreibung

Hierbei handelt es sich um eine Nervenschädigung des unwillkürlichen Nervensystems, die sich durch auffällige Veränderungen, zumeist einseitig an einem Auge äußert.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 4

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Das Horner-Syndrom zeichnet sich durch drei charakteristische Symptome aus: Herabhängendes oberes Augenlid (Ptosis) Verengte Pupille (Miosis) Eingesunkener Augapfel (Enophtalmus) Hinzukommt, dass die Gefäße der weißen Augenhaut zumeist verstärkt gefüllt und entsprechend gezeichnet sind. Die Symptome treten plötzlich auf, ohne dass andere Veränderung der Gesundheit oder des Wohlbefindens des Tieres bestehen. In manchen Fällen verschwinden die Symptome auch ohne Behandlung nach einigen Wochen bis Monaten wieder. Hat eine erhebliche Schädigung des beteiligten Nervens stattgefunden, kann die Veränderung permanent sein.

Ursache

Die Nervenkörper des sympathischen Nervensystems liegen im Rückenmark der Brust- und Lendenwirbelsäule und ziehen von hieraus unter anderem im Brust-Grenzstrang zum Kopf. Der entsprechende Nerv durchläuft auf seinem Weg sowohl das Rankengeflecht der Vordergliedmaße als auch die Umgebung des Mittel- und Innenohres. Bei Verletzungen oder Entzündungen in einem der beiden Bereiche kann der Nerv in Mitleidenschaft gezogen werden und dadurch auch die nervale Versorgung des Auges beeinträchtigt sein. Als Folge kommt es zu den genannten Ausfallerscheinungen, die auch noch anderen Bereiche des Kopfes betreffen können. Mögliche Auslöser sind (Auto-)Unfälle, bei denen die Vordergliedmaße übermäßig abgespreizt wird und das Rankengeflecht gequetscht oder überdehnt wird. Eine häufige Ursache sind außerdem Mittelohrentzündungen, die sich bei Hunden nicht selten als Komplikation einer Entzündung des Gehörkanals entwickeln. In vielen Fällen lässt sich jedoch kein genauer Auslöser identifizieren. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem idiopathischen Horner-Syndrom.

Therapie

Das Eintröpfeln eines bestimmten Medikamentes (Phenylephrin) kann die Symptomatik kurzfristig aufheben, was diagnostisch für die Krankheit ist. Die Behandlung richtet sich nach der auslösenden Ursache, sofern diese auszumachen ist. Unfälle oder Entzündungen können den Nerv nachhaltig schädigen, sodass mitunter permanente Veränderungen zurückbleiben. Bei idiopatischem Horner-Syndrom ist eine Behandlung zumeist nicht notwendig. Die Symptome verschwinden in vielen Fällen von selbst wieder.

Notfallmaßnahmen

Die potentielle Gefahr der Erkrankung ist als eher gering einzuschätzen. Da differentialdiagnostisch einige gefährliche Krankheiten auszuschliessen sind, sollte bei Verdacht ein Tierarzt innerhalb der nächsten Tage zu Rate gezogen werden.