Beschreibung

Bei einer Harnblasenentzündung wandern Entzündungszellen in die Wand der Blase ein und verursachen eine Schwellung und Rötung des Organs. Die Innenfläche raut auf und kann bluten. Oft ist auch der Schlussmechanismus der Blase betroffen.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 4

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Als Folge der Entzündung kann Blut im Urin sichtbar werden. Der Urin nimmt eine rosa oder rötliche Färbung an. Es kommt zu vermehrtem, meist nur tröpfelndem Harnabsatz und Harnabsatzbeschwerden (Schmerzäußerungen beim Absatz). Das Tier drängt überdurchschnittlich oft nach draußen. Auch „Unfälle“ im Haus sind möglich. Nur in sehr schweren Fällen ist das Allgemeinbefinden gestört, es kann zu Fieber, Leistungsabfall, etc. kommen.

Ursache

In den meisten Fällen entsteht die Entzündung durch eingewanderte Bakterien. Hündinnen sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Harnblasenentzündungen können auch als Begleiterscheinungen von Medikamenten entstehen, vor allem von Entzündungshemmern, die das Immunsystem unterdrücken und so das Eindringen von Erregern begünstigen. Die Entzündung kann sich auf die Harnblase beschränken oder auch Teile der Harnwege erfassen.

Therapie

Aus dem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt heraus, lässt sich bereits das Vorliegen einer Harnblasenentzündung vermuten. Die Urinuntersuchung, die Verwendung von Röntgenaufnahmen oder die Ultraschalluntersuchung können diagnostische Maßnahmen sein, die Vermutung zu bestätigen. Da eine Harnuntersuchung mehr Aufschluss über Art und Grad der Erkrankung geben kann, empfiehlt es sich, eine frische Harnprobe des Tieres mit zum Tierarzt zu nehmen. Ein kleines verschließbares Plastikgefäß ist dazu am besten geeignet. In den meisten Fällen wird ein Antibiotikum mit einem entsprechenden Wirkungsspektrum zur Behandlung eingesetzt. Zur vollständigen Abheilung der Entzündung ist es unbedingt notwendig, die Medikamente – auch bei vorzeitiger Besserung der Symptome - für die vorgeschriebene Dauer zu geben. Ansonsten kann es schnell zu Rückfällen kommen, die dann weitaus schwerer zu behandeln sind.

Notfallmaßnahmen

Es gestaltet sich immer als recht schwierig, Blut im Urin eines Tieres rechtzeitig zu bemerken. Daher bietet es sich an, mindestens einmal die Woche – besonders bei älteren Tieren - den Harnabsatz zu beobachten. Insbesondere bei Symptomen wie Blut im Urin oder länger anhaltenden Harnabsatzbeschwerden sollten Sie beim Tierarzt anrufen, die Situation schildern und einen Termin vereinbaren. Im Falle einer Harnblasenentzündung sollte das Tier keinem Stress ausgesetzt sein. In diesem Sinne sollte die körperliche Betätigung des Hundes nicht übertrieben und insbesondere Unterkühlungen vermieden werden, wie sie beispielsweise nach langen Spaziergängen im Regen auftreten können. Ließ es sich nicht vermeiden, kann die Region des Harnsystems mit Decken gewärmt werden. Bei Hündinnen, die zu Blasenentzündungen neigen, ist darauf zu achten, dass sie stets ausreichend Wasser aufnehmen, da das den Harnfluss anregt und Keime leichter ausgespült werden. Hierzu sollten nach Möglichkeit Trinkbehältnisse an mehreren Orten im Haus oder Garten für die Hündin zugänglich sein.