Beschreibung

Gutartige Neubildungen der Haut entstehen durch unkontrolliertes Zellwachstum, das jedoch das umliegende Gewebe nicht schädigt und keine Tochtergeschwülste ausbildet.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 3

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 2

Verlauf

Gutartige Geschwülste können überall am Körper auftreten. Häufige Stellen sind die Flanke (seitliche Bauchregion), der Rücken und der seitliche Hals. An Stellen von regelmäßigen Injektionen unter die Haut (z.B. am Nacken oder an der Flanke bei Impfungen) können ebenfalls vermehrt knotige Zubildungen auftreten. Insgesamt nehmen Tumorerkrankungen mit fortschreitendem Alter zu. Am häufigsten sind sie bei Hunden ab dem 10. Lebensjahr zu beobachten. Kleinere Knoten werden in den meisten Fällen zufällig beim Streicheln oder Kämmen entdeckt. Größere Knoten und Beulen sind bereits mit dem bloßen Auge zu erkennen und treten deutlich unter dem Fell hervor. Unter den gutartigen Neubildungen kann insbesondere das Lipom starkes Wachstum zeigen und mitunter die Größe einer Zitrone erreichen. Kleinere Geschwülste erreichen zumeist nur Nuss- oder Pflaumengröße. Sofern keine Beeinträchtigung des Laufens oder Liegens besteht und die darüber liegende Haut nicht beschädigt wird, verursachen gutartige Zubildungen in der Regel keine Beschwerden.

Ursache

Alle Körperzellen unterliegen normalerweise einem kontrollierten Wachstum. Wird dieser Mechanismus gestört, kommt es zu ausufernder Vermehrung und folglich zur Bildung eines Geschwulstes. Auslöser hierfür können Strahlung, injizierte Medikamente, Vergiftungen, lang anhaltende Gewebsschädigungen oder genetische Prädispositionen sein. In vielen Fällen ist die krankmachende Ursache jedoch nicht zu ermitteln. Entscheidend für ein gutartiges Wachstum ist, dass der Tumor deutlich vom umliegenden Gewebe abgegrenzt wächst und dieses dabei nicht zerstört. Da gutartige Tumoren zumeist keine Tochtergeschwülste ausbilden, besteht folglich kaum die Gefahr einer Streuung und somit einer ernsthaften Bedrohung für Gesundheit und Leben des Hundes. Man unterscheidet die Tumoren anhand des Gewebes, aus dem sie entstanden und aus dessen Zellen sie aufgebaut sind (z.B. Fettgewebe, Bindegewebe, Immunzellen). Häufiger bei Hunden beobachtete, gutartige Geschwülste sind z.B.: das Lipom, das Fibrom oder die Warze. In der Rubrik „ähnliche Erkrankungen“ können Sie die Beschreibungen einiger gutartiger Tumoren einsehen.

Therapie

Ob ein Tumor gut- oder bösartiger Natur ist, kann zweifelsfrei nur mit einer Gewebsprobe ermittelt werden. Hierzu wird ein kleines Stück des Tumors entfernt und in einem Labor angefärbt. Unter dem Mikroskop lassen sich die charakteristischen Eigenschaften der Tumorzellen feststellen. Eine Unterscheidung anhand des Wachstums ist nur in den seltensten Fällen möglich und sinnvoll. Die chirurgische Entfernung eines gutartigen Tumors ist meist nur dann angebracht, wenn empfindliche Hautareale betroffen sind oder die darüber liegende Haut durch das Wachstum in Mitleidenschaft gezogen wird.

Notfallmaßnahmen

Eine gutartige Neubildung der Haut sollte nicht eigenhändig entfernt werden, auch nicht, wenn sie sehr beweglich erscheint. Das kann zu Verletzungen und Entzündungen der Haut führen. Grundsätzlich ist es am besten, die jeweilige Stelle zu beobachten. Wird die Neubildung größer, dann sollte bald möglichst einen Tierarzt aufgesucht werden.