Beschreibung

Giardiose ist eine weit verbreitete Magen-Darm Infektion bei Hund und Katze, die durch einen einzelligen Parasiten hervorgerufen wird.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 5

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Bei erwachsenen Tieren verläuft die Infektion meistens ohne auffällige Veränderungen. Junghunde und Welpen zeigen zumeist ungeformten bis durchfallartigen Kot, der oft gelblich verfärbt und von fauligem Geruch ist. Gelegentlich sind dem Durchfall Blut und/ oder Gasblasen untergemengt. Kohlenhydratreiche Kost verschlimmert die Symptomatik zumeist noch. Manche Tiere erbrechen sich begleitend. Der Befall des Darmes mit den Parasiten bewirkt eine verminderte Nährstoffaufnahme aus der Nahrung, was zu einer Unterversorgung und folglich zu Abmagerung führt.

Ursache

Giardien werden durch direkten Kontakt mit dem Kot eines infizierten Tieres aufgenommen. Häufiger ist die Krankheit an Orten anzutreffen, wo zahlreiche Hunde auf engem Raum zusammengehalten werden, z.B. in Hundepensionen oder Zuchten. Die Parasiten sind überaus widerstandsfähig und können in der Außenwelt mehrere Monate überleben. Kotverschmutzungen des Fells, insbesondere der Analgegend dienen über längere Zeit als Erregerreservoir, wodurch sich die Tiere trotz Behandlung immer wieder selbst infizieren können. Die Erkrankung kann auch den Menschen befallen. Somit sind bei der Handhabung von infizierten Tieren und deren Exkrementen strikte hygienische Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Therapie

Die Giardien lassen sich im Kot mit Hilfe von Flotationsproben (Parasitennachweis im Kot) oder Antigennachweis feststellen. Die Behandlung kann mit Fenbendazol erfolgen, das gegen die Parasiten effektiv ist. Tabletten werden im Verlauf von fünf Wochen gegeben, wobei während der 2. und 4. Woche keine Verabreichung stattfindet. Der entscheidende Teil der Behandlung kommt allerdings der Reinigung der Umgebung zu.

Notfallmaßnahmen

Um nach erfolgter Behandlung eine erneute Infektion vorzubeugen, müssen alle(!) Gegenstände und Oberflächen, die mit Hundekot in Berührung gekommen sein können, intensiv gereinigt, bestenfalls sogar entsorgt werden. Im Falle von Spielzeugen, Decken und Futternäpfen bedeutet dies Kochen, bzw. Waschen bei höchstmöglichen Temperaturen. Langhaarige Rassen sollten wiederholt mit desinfizierenden Shampoos am ganzen Körper behandelt werden. Oberflächen in Zwingern und Ausläufen müssen mit heißem Wasser oder Dampf gereinigt werden, um sicherzustellen, dass auch hier kein infektiöses Material zurückbleibt. Jegliche Wasserlachen und Pfützen sind zu entfernen, da besonders hier Giardien überleben können.