Beschreibung

Plötzlich auftretendes Erbrechen, das mit keinem klassischen Krankheitsbild in Verbindung steht, ist beim Hund keine Seltenheit. Grund hierfür sind zumeist die rigorosen Fresseigenschaften des Hundes.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 3

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 2

Verlauf

Das Tier erbricht plötzlich, wobei oft - aber nicht immer - Reste der letzten Mahlzeit oder andere Futtermittel heraufgebracht werden. Nicht selten versucht das Tier, das Erbrochene erneut zu fressen. Das Tier ist in guter körperlicher Verfassung und zeigt auch sonst keine Anzeichen einer Erkrankung. Das Erbrechen kann sich innerhalb von 48 Stunden mehrfach wiederholen und von Durchfall sowie vermehrtem Speicheln begleitet werden. Einige Tiere versuchen vor oder während der Episode vermehrt Gras zu fressen, wobei strittig ist, ob es sich dabei um eine Folge oder den eigentlichen Auslöser des Erbrechens handelt. Eine große Zahl an Hunden frisst regelmäßig Gras ohne sich danach zu erbrechen. Futtermittelintoxikationen sind zumeist nur von kurzer Dauer und Symptome dauern selten länger als ein bis zwei Tage an.

Ursache

Übelkeit nach dem Fressen bestimmter Dinge ist mit Abstand die häufigste Ursache für Erbrechen beim Hund. Anders als bei einer akuten Gastritis, bei der es zu einer Entzündung des Magens kommt, wird in diesem Fall lediglich das Brechzentrum durch den aufgenommen Stoff stimuliert. Oft wird auch einfach nur das Futter zu gierig hinuntergeschlungen und muss anschließend wieder erbrochen werden. Tatsächlich stellt dieses Verhalten einen natürlichen Überlebenstrieb dar. Wenn in freier Natur mit Artgenossen um Nahrung konkurriert werden muss, ist es vorteilhaft, so viel wie möglich auf einmal zu fressen, was dann später an einem ungestörten Ort erbrochen und erneut aufgenommen werden kann. Auf Ausläufen und Spaziergängen kann es häufiger vorkommen, dass die Tiere Gras, Pflanzenteile, Kot von anderen Tieren, Abfall, Süßigkeiten oder faule Früchte aufnehmen. Zuhause "bedienen" sich Hunde, wenn unbeobachtet, leicht an Abfällen oder Essenresten. Die Übergänge zwischen einer leichten Magenverstimmung, einer akuten Gastritis und auch einer bedrohlichen Vergiftung sind allerdings fließend. Entscheidend sind dabei Menge und Art des unverträglichen Stoffes.

Therapie

Entscheidend für die Diagnose ist der Ausschluss anderer Krankheitsauslöser sowie eines möglicherweise aufgenommenen Fremdkörpers. Hierzu sollte das Tier von einem Tierarzt untersucht werden. Sind außer den Magen-Darm Symptomen keine weiteren Veränderungen feststellbar, ist eine unkomplizierte Futtermittelintoxikation wahrscheinlich. Eine Medikation kann schnelle Linderung schaffen. In vielen Fällen reicht aber auch die Fütterung einer Schonkost zur vollständigen Wiederherstellung aus.

Notfallmaßnahmen

Futtermittelintoxikationen sind nicht zwangsläufig ein Grund, den Notdienst aufzusuchen. Liegen keine anderen, schwerwiegenden Symptome vor, kann man versuchen, die Symptome abzustellen, indem man für etwa einen Tag kein Futter gibt. Stellen sich die Symptome dann nicht ein, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Versuchen Sie den Nahrungsstopp nicht für eine längere Zeit auf eigene Verantwortung. Wenn Ihr Hund eine entsprechende Angewohnheit entwickelt hat, muss das Tier auf Spaziergängen sehr genau im Auge behalten, notfalls sogar an der Leine geführt werden. Zuhause müssen alle Lebensmittel für den Hund unerreichbar aufbewahrt werden.