Beschreibung

Bei der Ösophagitis handelt es sich um eine Entzündung verschiedener Schichten des Schlundes und der Schleimhaut der Speiseröhre. Die Ösophagitis kann auch als eine Refluxösophagitis vorliegen.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 4

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Appetitlosigkeit, Würgen und Erbrechen, Leerschlucken (ständiges Schlucken von Speichel und Luft und damit verbundene Blähungen und Aufstossen) sind Symptome einer Speiseröhrenentzündung. Das Tier zeigt zudem Schmerzen beim Abschlucken und verweigert nach dem ersten Schlucken oftmals die weitere Wasser- oder Nahrungsaufnahme. Unter Umständen zeigt der Hund Grasfressen. In vielen Fällen kann aufgrund der gestörter Flüssigkeitsaufnahme eine Dehydratation (Austrocknung mit Symptomen wie trockener Mundschleimhaut mit zähflüssig geringem Speichel über schwachen Puls bis hin zu Zusammenbrüchen) auftreten. Gelangt Erbrochenes in die Atemwege, kann es zu einer Lungenentzündung kommen, welche Symptome wie Fieber oder gestörtes Allgemeinbefinden verursachen kann. Typisch für die Refluxösophagitis ist frühmorgendliches oder spätabendliches Erbrechen, noch vor der Fütterung. Das Erbrochene enthält oftmals Galle und/ oder Blutspuren.

Ursache

Die Ösophagitis wird durch chemische (Aufnahme von Säuren oder Laugen), thermische (Verbrennungen wie das Verschlingen von zu heißem Futter), infektiöse oder traumatische (Abschlucken von Fremdkörpern wie Knochenstücken) Schädigungen der Speiseröhre verursacht. Bei der Refluxösophagitis gelangt aufgrund einer Verschlussstörung Mageninhalt in die Speiseröhre, was dort eine Entzündung hervorruft.

Therapie

Durch eingehende Untersuchung inklusive detailliertem Bericht über die Krankenvorgeschichte des Hundes lässt sich verhältnismäßig leicht die Ursache der Erkrankung herausfinden. Die therapeutischen Maßnahmen sollten keinesfalls Erbrechen auslösen. Die Ernährung sollte zu Beginn ausgelassen, gegebenenfalls künstlich mittels einer Sonde erfolgen. Ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolyteversorgung sollte sichergestellt sein. Säureblocker, Maßnahmen gegen Säureverätzungen sowie weitere medikamentöse Behandlungsschritte und eine Magenentleerung sind ebenso übliche, therapeutische Maßnahmen. Bei Wiederaufnahme der Fütterung sollte Schonkost verabreicht werden.

Notfallmaßnahmen

Treten die zuvor genannten Symptome auf, sollte der Tierarzt bald möglichst, also innerhalb der nächsten Tage oder Woche, aufgesucht werden. Bei stärkeren Ausprägungen oder längerem Bestehen der Symptome wird der Besuch dringender. Die ernährungstechnischen Maßnahmen des nachfolgenden Ratschlagabschnitts können im Falle einer solchen Erkrankung zu einer Besserung führen.