Beschreibung

Bei der Eklampsie, auch Milchfieber genannt, handelt es sich um eine Stoffwechselstörung der trächtigen Hündin, die durch Kalziummangel hervorgerufen wird.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 5

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 5

Verlauf

Krankheitssymptome können sich kurz vor, während oder nach der Geburt einstellen. Häufigster Zeitraum sind die ersten Tage nach Beginn des Säugens. Kleine Rassen wie Yorkshire Terrier oder Pudel sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Das Tier erscheint auffällig unruhig und irritiert. Leichtes Muskelzittern und Krämpfe sind zumeist vorhanden. Bei schweren Ausprägungen kommt es zu Anfällen und Zusammenbrechen bis hin zu komatösen Zuständen. Die Erkrankung ist in jedem Fall als lebensbedrohlich anzusehen. Bleibt sie unbehandelt kann es zu Herzstillstand und Tod durch Erschöpfung kommen.

Ursache

Im Zuge der Schwangerschaft entsteht ein erhöhter Bedarf an Kalzium für den Organismus. Dieser wird für den Skelettaufbau der Welpen benötigt, später für die Muskelerregung während der Geburt und in hohem Maße bei der Bildung der Welpenmilch. Ist in der Nahrung, die die Hündin während der Schwangerschaft zu sich nimmt, kein ausreichendes Kalzium enthalten, entsteht eine fortschreitende Unterversorgung mit dem Mengenelement. Um den Zeitpunkt der Geburt kommt es dann noch einmal zu einer weiteren Steigerung des Kalziumverbrauchs, was insbesondere durch das Einsetzten der Milchproduktion zu erklären ist. In diesem Zeitraum kann der Blutspiegel unter einen kritischen Wert sinken, der die genannten Krankheitssymptome hervorruft. Besonders gefährdet ist dabei das Herz, das größere Mengen Kalzium für die Erregungsbildung und den Herzschlag benötigt. Schwergeburten und erhöhter Stress während der Schwangerschaft gelten als Risikofaktoren für eine Eklampsie.

Therapie

Zumeist ist die Krankengeschichte ausreichend für die Diagnosestellung. Mit einer eingehenden klinischen Untersuchung muss zuvor abgeklärt werden, ob noch andere Auslöser in Frage kommen. Betroffenen Hündinnen muss umgehend eine Kalziumlösung verabreicht werden. Im Anschluss daran klingen die Krämpfe und Ausfallerscheinungen meist schlagartig ab.

Notfallmaßnahmen

Einer Eklampsie kann mit einer angemessenen Ernährung der trächtigen Hündin vorgebeugt werden. Hochwertige Fertigfuttermittel, die für die Schwangerschaft geeignet sind, berücksichtigen in der Regel den erhöhten Kalziumbedarf. Gerade bei kleineren Rassen und/ oder stressanfälligen Tieren sollte der Problematik erhöhte Aufmerksamkeit zukommen. Ihr Tierarzt kann ihnen bei der Zusammenstellung einer geeigneten Diät behilflich sein.