Beschreibung

Diabetes beschreibt eine Stoffwechselerkrankungen, deren Hauptsymptom eine Überzuckerung des Blutes ist, die meistens durch eine verminderte Ausschüttung des Bauschspeicheldrüsenhormons Insulin gekennzeichnet ist. Umgangssprachlich ist diese Erkrankung als Zuckerkrankheit des Hundes bekannt.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 3

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Insulin bewirkt unter anderem die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Körperzellen. Bei einem Insulinmangel entsteht als Folge eine Überzuckerung des Blutes und eine vermehrte Ausscheidung von Zucker über den Urin. Nach und nach kommt es zu verschiedenen Stoffwechselstörungen. Diabetes Mellitus kommt vor allem bei mittelalten bis alten Hunden vor, wobei insbesondere unkastrierte Hündinnen befallen werden (ca. 80%). Ein weiterer Risikofaktor ist das Übergewicht. Die Erkrankung bleibt vielfach unbemerkt, da sich die Symptome erst zu einem späteren Stadium (erst wenn Zucker über den Urin ausgeschieden wird) einstellen. Die Symptome sind ein vermehrter Harndrang, vermehrtes Trinken und ein gesteigerter Appetit. Jedoch verliert das Tier gleichzeitig an Gewicht, was in eine Abmagerung übergehen kann. Das Allgemeinbefinden des Patienten verschlechtert sich rasch, das Tier verhält sich apathisch, erbricht teilweise und leidet an Durchfall. In besonders schlimmen Fällen kann das Tier zusammenbrechen und es kann zu einer Trübung der Linse im Auge des Hundes kommen. Beide hier beschriebenen Arten von Diabetes sind für den Hund (nicht für die Katze) irreparabel.

Ursache

Wie beim Menschen existieren auch beim Hund mehrere Arten von Diabetes, wobei im Folgenden ausschließlich der insulinabhängige Diabetes mellitus behandelt wird. Der so genannte primäre Diabetes mellitus ist durch absoluten Insulinmangel gekennzeichnet. Hier produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder zu wenig Insulin, was genetisch verursacht sein kann aber auch in einer Infektion oder Autoimmunkrankheit (Zerstörung von Insulin bildenden Zellen durch das Immunsystem) begründet sein kann. Der sekundäre Diabetes mellitus (Typ III beim Menschen) entsteht als Folge einer Krankheit der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis, Morbus Cushing oder Hypothyreose). Zudem kann der sekundäre Diabetes mellitus aufgrund von Medikamenten (Kortison) ausgelöst werden. Unkastrierte Hündinnen sind gesondert zu betrachten. In der Zwischenbrunst schütten sie ein weibliches Sexualhormon aus, das die Bildung eines Hormons fördert, welches dem Insulin entgegen wirkt. Diabetes könnte als Folge dessen entstehen.

Therapie

Die Diagnose erfolgt in der Regel nach Messung des Blutzuckerspiegels. Die Störung der körpereigenen Insulinproduktion wird durch Gabe von Fremdinsulin ausgeglichen, das dem Tier täglich gespritzt werden muss (Aufnahme über die Nahrung ist nicht möglich). Wird das Tier richtig „eingestellt“ (der Tierarzt ermittelt die optimale Menge an Insulin für das Tier) können die Symptome komplett verschwinden. Nach der Ermittlung der richtigen Insulinmenge sind regelmäßig Blutzuckermessungen vorzunehmen, da die Dosis unter Umständen zu ändern ist. Bei unkastrierten Hündinnen ist die Kastration die erste therapeutische Maßnahme. In manchen (seltenen) Fällen reicht diese Maßnahme alleine zur Genesung aus. Ohne die Entfernung der Eierstöcke und dem dort gebildeten „Insulin - Gegenspieler“ ließe sich der Hund nicht optimal einstellen. Zusätzlich ist das strikte Einhalten einer verordneten Diät absolut maßgeblich für den Therapieerfolg. Werden alle therapeutischen Maßnahmen befolgt, kann der Patient ein symptomfreies und langes Leben führen.

Notfallmaßnahmen

Beim Auftreten der zuvor genannten Symptome sollten Sie den Tierarzt bald möglichst anrufen, die Situation schildern und einen Termin vereinbaren. Da Übergewicht die Entstehung der Krankheit begünstigen oder den Verlauf verschlimmern kann, sollten Sie allzu großes Übergewicht bei Ihrem Hund vermeiden.