Beschreibung

Cheylietiellose ist der parasitäre Befall der Haut und des Fells durch die Raubmilbe Cheyletiella ssp. Er gleicht einer oberflächlichen Dermatitis und ist hochgradig ansteckend. Eine Infektion des Menschen ist möglich.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 3

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Mit zunehmendem Befall durch den Parasiten entwickelt das Tier einen starken Juckreiz. Auffällig bei dieser Erkrankung ist die starke Schuppung der Haut, insbesondere an Kopf, Ohren und auf dem Rücken. Beine und Bauch werden in der Regel nicht befallen. Kleine bis mittelgroße Schuppen erscheinen im Fell und verbleiben an den Liegeplätzen des Tieres. Es kann aber auch vorkommen, dass die Symptome bei einem Hund trotz Befall nicht auftreten, dieser aber andere Tiere infiziert. Bei einer Übertragung auf den Menschen entstehen kleine, juckende Hautrötungen an den Stellen, die ein infiziertes Tier berührt hat. Oftmals werden diese Stellen fälschlicherweise als Mückenstiche gedeutet. Die Eier entwickeln sich nicht weiter und die Symptome klingen nach ein paar Tagen wieder ab.

Ursache

Die Milbe bohrt sich nur oberflächlich in die Haut, dringt aber nicht in sie ein. Die Eier der weiblichen Milben heften den Haaren des Patienten an. Aus ihnen entwickeln sich binnen sechs Wochen ausgewachsene Milben. Die Infektion geschieht durch direkten Kontakt mit einem befallenen Tier. Träger sind Hunde, Katzen, Hasen und Meerschweinchen. Auch eine indirekte Übertragung (über Liegeplätze, Hundezubehör, etc) ist möglich, da die Milben etwa drei Wochen außerhalb eines Wirtes überlebensfähig sind.

Therapie

Der Nachweis der Raubmilben ist bereits unter Zuhilfenahme eines starken Vergrößerungsglases auf der Haut und im Haarkleid des Patienten möglich. Alternativ kann der Nachweis auch nach Untersuchung einer oberflächlichen Hautprobe erfolgen. Die Milben lassen sich mit entsprechenden Medikamenten bzw. Waschlotionen bekämpfen. Liegen sekundäre Hautentzündungen vor, müssen auch Antibiotika eingesetzt werden. Die Therapie ist in der Regel länger als bei anderen Milben, da die Raubmilbe einen sehr langen Entwicklungszyklus hat.

Notfallmaßnahmen

Da der Parasit häufig bei Hasen und Meerschweinchen vorkommt, sollte - wenn möglich - direkter Kontakt zwischen diesen Tieren und Hunden vermieden werden. Eine prophylaktische Milbenbehandlung wird in der Regel nicht durchgeführt. Beim Auftreten der zuvor genannten Symptome sollten Sie den Tierarzt bei der nächsten Gelegenheit anrufen und einen Termin innerhalb der nächsten Tage oder Woche vereinbaren. Der Patient sollte umgehend von anderen Hunden und Katzen getrennt werden, auch bei Ihnen zu Hause wenn Sie mehrere Tiere halten. Kündigen Sie Ihren Besuch in der Tierarztpraxis am besten an, sodass dort Vorbereitungen getroffen werden können, die eine Ansteckung anderer Tiere verhindern. Lebt in Ihrem Haushalt mehr als ein Haustier (Hund oder Katze), dann sollten immer alle Tiere behandelt werden, selbst dann, wenn keine Symptome auftreten. Zudem ist die Umgebung des Hundes bei Befall (Auto, Zwinger, Zubehör, Schlafstelle etc.) gründlich zu putzen und zu reinigen. Zusätzlich bietet sich die Nutzung von Kontaktinsektiziden an, die einen abtötenden Effekt haben.