Beschreibung

Die als Bandscheibenvorfall oder Dackellähme bezeichnete Erkrankung beschreibt eine krankhafte Veränderung der Bandscheiben und deren negative Folgewirkung auf umliegendes Nervengewebe. Bandscheiben sind flexible Verbindungen zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 4

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 4

Verlauf

Es ist häufig zu beobachten, dass das Tier Probleme damit hat, erhöhte Positionen zu erreichen, die eine Belastung der Wirbelsäule erfordern. Dies kommt bspw. beim Treppensteigen oder beim Springen vor. Das Tier äußert bei diesen Bewegungen oder beim Anfassen des Wirbelsäulenbereiches in der Regel Schmerzen. Diese Bewegungsstörung wird vielfach durch ein Herunterhalten des Kopfes ergänzt. In besonders schweren oder weit fortgeschrittenen Fällen kann es zu Lähmungen im Bereich des Beckens kommen und das Tier kann aufgrund der nervalen Schädigungen seinen Schließmuskel nicht kontrollieren, sodass es inkontinent wird oder ungewollt Kot absetzt. Lähmungen können auch in der Vorderhand, den vorderen Gliedmaßen des Hundes auftreten, wenn Bandscheiben der oberen Wirbelsäule betroffen sind.

Ursache

Aufgrund eines Abbaus (Degeneration) verliert die Bandscheibe ihre Elastizität und kann bereits bei geringen Belastungen und Traumata (z.B. Stöße) einreißen. Als Folge drückt die Bandscheibe in umliegende Wirbel und es kann zu Schädigungen der Nerven dieses Bereichs kommen. Am häufigsten ist der mechanisch am stärksten beanspruchste Teil der Wirbelsäule betroffen. Die Ursachen der Degeneration können rassebedingt sein. Besonders häufig sind Dackel aber auch Pekinesen, Scottish Terrier, Springer Spaniel und Pudel betroffen. Bei diesen Tieren kann die Missbildung bereits in jungen Jahren eintreten. Ansonsten ist die Degeneration als eine Verschleißerscheinung in Folge des Alterungsprozesses der Hunde anzusehen und tritt dementsprechend verhäuft in hohem Alter auf.

Therapie

Im Normalfall wird der Bandscheibenvorfall durch eine Röntgenuntersuchung unter Zuhilfenahme einer neurologischen Untersuchung diagnostiziert. Therapeutische Maßnahmen sind entweder medikamentöser oder operativer Natur. Je nach Schweregrad oder Ursache bietet sich eine der beiden Möglichkeiten an. In der Nachbehandlung helfen physiotherapeutische Maßnahmen und Diäten bei der Genesung.

Notfallmaßnahmen

Insbesondere bei starken Schmerzäußerungen eines Hundes und Lähmungserscheinungen der hinteren Gliedmaßen, die ein Aufstehen komplett unmöglich machen, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, da der Hund wahrscheinlich große Schmerzen hat. Wenn Ihr Tier an dieser Erkrankung leidet, sollten Sie besonders vorsichtig mit ihm umgehen. Achten Sie darauf, ruckhafte Bewegungen zu vermeiden. Verwenden Sie lieber ein Brustgeschirr anstatt einer Leine. Helfen Sie zudem Ihrem Tier, große Höhen zu überwinden (Treppe, Auto, etc.). Da Übergewicht die Entstehung der Krankheit begünstigen oder den Verlauf verschlimmern kann, sollten Sie allzu großes Übergewicht bei Ihrem Hund vermeiden.