Beschreibung

Nierenversagen beschreibt den teilweisen oder vollständigen Funktionsverlust des Nierengewebes. Die Niere ist besonders wichtig für die Ausscheidung von Stickstoffverbindungen, Stoffwechselprodukten und Medikamenten. Neben der akuten Variante existiert auch das chronische Nierenversagen.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 5

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 4

Verlauf

Als Frühsymptom zeigt der Hund vielfach verminderten Harnabsatz, was allerdings außerordentlich schwer festzustellen ist und nicht immer auftritt. In der Regel schließt sich eine Phase an, die durch erhöhten Harnabsatz gekennzeichnet ist. Ein akutes Nierenversagen entwickelt sich kurzfristig, also innerhalb weniger Tage. Das Tier wird offensichtlich klinisch krank, ist abgeschlagen bis apathisch, zeigt keinen Appetit und liegt mitunter nur noch herum. Ständiges Erbrechen und blutiger Durchfall können begleitend auftreten.

Ursache

Der Auslöser eines akuten Nierenversagens ist oft schwer zu ermitteln. Bakterielle Infektionen oder Vergiftungen spielen aber in vielen Fällen eine Rolle. Daneben kann ein Kreislaufversagen (z.B. durch Blutverlust, Herzrhythmusstörungen, etc.) eine Niereninsuffizienz bedingen. Vielfach tritt die akute Niereninsuffizienz als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auf, wodurch die Symptome der verursachenden Krankheit die des Nierenversagens überschatten können.

Therapie

Unkomplizierte und milde Fälle lassen sich medikamentös behandeln. Spontanheilungen sind möglich. Liegen schwere Störung des Allgemeinbefindens vor, ist mitunter eine stationäre Behandlung und Infusionstherapie notwendig. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt, können die Schäden unter Umständen umgekehrt werden und die volle Organfunktion wiederhergestellt werden. Unbehandeltes, akutes Nierenversagen kann sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln und permanente Organschäden herbeiführen.

Notfallmaßnahmen

Einige Medikamente bergen gefährliche Nebenwirkungen, die unter Umständen ein Nierenversagen begünstigen können. Ihr Tierarzt wird Sie sicher bei jedem neu verordnetem Medikament über die Gefahr aufklären. Solche Medikamente sollten, wenn möglich, substituiert werden. Ist die Einnahme allerdings notwendig, sollten Sie penibel auf eventuelle Frühsymptome achten, die ein akutes Nierenversagens ankündigen können und Ihren Hund bei Verdacht umgehend zu einem Tierarzt bringen, da in einem frühen Stadium die Prognose der Erkrankung noch ziemlich günstig ist.