Beschreibung

Die akute Gastritis bezeichnet eine, sich kurzfristig einstellende Entzündung der Magenschleimhaut. Im Gegensatz zur Futtermittelintoxikation, deren Symptomatik nahezu identisch ist, bleiben die Veränderungen über einen Zeitraum von mindestens 48 Stunden hinaus bestehen.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 3

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Das primäre Symptom der akuten Gastritis ist Erbrechen, das über mehrere Tage anhält. Der Appetit ist zumeist reduziert. Das Allgemeinbefinden kann, muss aber nicht gestört sein. Zittern, Speicheln, erhöhter Durst und selten Fieber können das Symptombild vervollständigen. Bei gleichzeitig auftretenden Magenblutungen kann das Erbrochene blutig durchsetzt (ohne vorherige Futteraufnahme) oder eher kaffeesatzartig erscheinen (nach vorausgegangener Futteraufnahme). Oftmals fressen betroffene Hunde viel Gras und gähnen häufiger. Nicht selten steigt die Entzündung auch in tiefere Darmabschnitte ab (Gastroenteritis). In dem Fall treten begleitend Durchfälle auf. Heilt eine akute Gastritis nicht vollständig aus, kann die Erkrankung einen chronischen Verlauf nehmen. In dem Fall bleiben Magen-Darm Beschwerden und regelmäßiges Erbrechen über Wochen oder sogar Monate bestehen.

Ursache

Eine akute Gastritis kann durch zahlreiche Faktoren ausgelöst werden. Unterschieden wird eine primäre Gastritis von einer sekundären Gastritis. Im ersten Fall ist das Krankheitsgeschehen im Organ selbst entstanden. Als Auslöser kommen Infektionserreger (z.B. die der Parvovirose), Vergiftungen, Fremdkörper und Futterallergene in Betracht. Bei einer sekundären Gastritis liegt einer Störung eines anderen Organ(system)s vor, die sich ihrerseits auch auf den Magen auswirkt. Insbesondere Leber- und Nierenbeschwerden, aber auch Stresszustände, Kreislaufbeschwerden und Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) können hier eine Rolle spielen.

Therapie

Zunächst muss mit einer eingehenden klinischen Untersuchung festgestellt werden, ob noch andere Erkrankungen an der Symptomatik beteiligt sind. Ansonsten lässt sich die Diagnose Gastritis mit Hilfe des Ausschlussverfahrens stellen. Bei leichten Erkrankungen ist vielfach eine Spontanheilung nach Futterreduktion- oder entzug möglich. Diese Maßnahmen sollten jedoch nicht vom Halter selbst unternommen werden, sondern immer in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen. In schwerwiegenderen Fällen und bei sekundären Gastritiden ist eine medikamentöse Behandlung unumgänglich. Insbesondere Entzündungshemmer und Antibiotika können dabei eine vorteilhafte Wirkung haben.

Notfallmaßnahmen

Die Übergänge zwischen einer unkomplizierten Futtermittelintoxikation und einer Gastritis sind als fließend zu betrachten. Im Allgemeinen kann man als Faustregel annehmen, dass wenn Erbrechen über mehr als zwei Tage besteht oder in Verbindung mit schwerwiegenderen Symptomen auftritt, der Tierarztbesuch bald möglichst ratsam ist. Die ernährungstechnischen Maßnahmen des nachfolgenden Ratschlagabschnitts können im Falle einer solchen Erkrankung zu einer Besserung führen.