Beschreibung

Bei der Gastroenteritis handelt es sich um eine parallel auftretende Entzündung des Magens und des Darmes.

Dringlichkeit

Dringlichkeitsstufe 3

Gefährlichkeit

Gefährlichkeitsstufe 3

Verlauf

Die Symptomatik einer Gastroenteritis umfasst die Symptomatiken einer akuten Darm- und Magenentzündung. Erbrechen und Durchfall sind die dominieren Symptome. Oftmals startet die Erkrankung mit Erbrechen, das unabhängig von der Futter- und Nahrungsaufnahme ausgelöst wird. Erst danach ist es davon abhängig. Appetitlosigkeit setzt ein, der Hund verweigert vielfach die Nahrungs-, nicht aber die Wasseraufnahme. In diesem Fall kommt es eher selten zu Würgebewegungen, wobei dann mit Blut versetzter Schleim aufgewürgt werden kann. Der Durchfall setzt in der Regel nach dem Erbrechen ein, was bei infektionsbedingten Gastroenteritiden der Fall ist, da der Erreger zuerst in den Magen, danach erst in den Darm gelangt. Die Konsistenz des Durchfalls kann von wässrigem oder schwarzem über schleimigen Kot bis hin zu mit frischem Blut versetztem Kot variieren. Daneben treten wegen des Blut-, Wasser- und Elektrolytverlustes Störungen des Kreislaufsystems auf. Die Gefahr der Dehydratation (Austrocknung mit Symptomen wie trockener Mundschleimhaut mit zähflüssig geringem Speichel über schwachen Puls bis hin zu Zusammenbrüchen) besteht, weswegen Gastroenteritiden unter Umständen kritisch sein können, insbesondere wenn sie einen chronischen Verlauf annehmen. Das Allgemeinbefinden des Hundes ist nur in sehr schweren Fällen gestört. Zittern, Speicheln und selten Fieber vervollständigen das Symptombild. Unter Umständen zeigt der Hund Grasfressen.

Ursache

Diese Erkrankung wird durch Viren, Bakterien oder Vergiftungen verursacht. Verdorbene Nahrung oder Flüssigkeit sowie die Aufnahme der Exkremente von Artgenossen kommen vielfach als Auslöser der Gastroenteritis in Frage.

Therapie

In der Praxis wird vorerst durch Ausschlussverfahren der Verdacht auf eine Gastroenteritis ermittelt. Dieser ist meist durch darauf folgende Laboruntersuchungen zu stützen. Die Behandlung der Grundkrankheit ist in der Regel nicht möglich (nur die bakterielle Ursache ist mit Antibiotika therapierbar). Die Therapie richtet sich in der Regel gegen die Symptome. Flüssigkeits-, Blut- und Elektrolyteverluste werden durch die Gabe von speziellen Trinklösungen ausgeglichen, in besonders schweren Fällen sind Infusionen zu geben. Magenberuhigungsmittel sowie eine Futterreduktion sind gängige therapeutische Schritte. Der Futterentzug oder die - reduktion sollte nie selbständig vom Halter unternommen werden, sondern immer in Absprache mit und nach Konsultation von einem Tierarzt erfolgen. Der Futterentzug für ein oder zwei Tage vermindert in der Regel das Erbrechen oder stellt es vollkommen ab. Anschließend wird schonende Nahrung mehrmals täglich in kleinen Portionen verabreicht. Nach einigen Tagen kann dann wieder die normale Nahrung, allerdings in kleinen Portionen und mehrmals täglich verabreicht werden. Neben der Darreichung von Wasser und Elektrolyten werden schließlich Medikamente genutzt (Entzündungshemmer, Antibiotika, etc.).

Notfallmaßnahmen

Liegen keine anderen, schwerwiegenden Veränderungen vor, kann man versuchen, die Symptomatik zu lindern, indem man für etwa einen Tag kein Futter gibt und anschließend Schonkost füttert. Bessern sich Durchfall und Erbrechen damit nicht, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Versuchen Sie den Nahrungsstopp nicht für eine längere Zeit auf eigene Verantwortung. Gastroenteritiden können insbesondere bei Welpen und geschwächten Tieren aufgrund der Austrocknungsgefahr gefährlich werden. Zudem sind sie immer ein Symptom der äußerst gefährlichen Infektionskrankheiten Staupe und Parvovirose. Die ernährungstechnischen Maßnahmen des nachfolgenden Ratschlagabschnitts können im Falle einer solchen Erkrankung zu einer Besserung führen.